Dein wichtigstes Meeting…. – Gesundheitsbasics #6 – Stress und Entspannung

Fühlst Du Dich gestresst?

Wenn ja, schaffst Du es aber immer wieder gut zu entstressen, zu entspannen? Weißt Du überhaupt noch, wie sich das anfühlt?

Leider erlebe ich recht häufig, dass Menschen mit Beschwerden zu mir in die Praxis kommen, mit körperlichen oder auch seelischen Beschwerden, die gar nicht mehr wahrnehmen, dass sie eigentlich immer unter Druck stehen. Viele wissen gar nicht mehr, wie es ist auch einmal nichts zu tun, entspannt einfach nur da zu sein.

Das Wort Stress kommt aus dem Englischen, es steht für Druck oder Anspannung und bezeichnet erst einmal einfach die psychischen und physischen Reaktionen von Lebewesen auf einen spezifischen äußeren Reiz (Stressoren).


Das ist also per se nichts Schlechtes, denn hätten unsere Vorfahren nicht mit Anspannung auf lebensbedrohliche Reize reagiert, sondern ganz gelassen mit dem angreifenden Raubtier versucht zu reden, gäbe es uns heute wohl nicht mehr. Stress befähigt unser System zu gezielten und teilweise herausragenden Leistungen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen nötig sind.

Dafür ist unser Körper genial ausgestattet.

Ist ein entsprechender Reiz einmal als wirklich bedrohlich identifiziert, kommt plötzlich und sehr schnell eine Kaskade in Gang, die dann auch nicht mehr aufzuhalten ist. In einer lebensbedrohlichen Situation hat es auch wenig Sinn, über unsere körperliche Reaktion immer wieder aufs Neue nachzudenken, um dann zu entscheiden, welche Organe jetzt mehr Energie zur Verfügung gestellt bekommen. Gesteuert wird diese Stressreaktion durch unser unwillkürliches Nervensystem, genauer gesagt den sympathischen Teil davon. Über eine Aktivierung des Sympathikus werden direkt oder indirekt über die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin Organfunktionen verändert, sodass eine möglichst effektive körperliche Reaktion erfolgen kann.


Die Pupillen weiten sich, Zucker wird bereitgestellt, die Herzfrequenz steigt, die Bronchien werden erweitert, der Mund wird trocken, da Speichel gerade nicht benötigt wird. Die Durchblutung der inneren Organe sinkt, während gleichzeitig die Durchblutung in der Muskulatur gesteigert wird.


Der Körper ist bereit zu kämpfen oder zu laufen.


Alles, was gerade nicht benötigt ist, wird gedrosselt, die Verdauung, die Aktivität der Geschlechtsorgane, aber auch die Funktion des am weitesten entwickelten Gehirnteils, der Großhirnrinde.

Wie gesagt, Denken hat in einer ursprünglichen Stresssituation nicht viel Sinn. Leider ist das aber auch in heutigen als Stress empfundenen Situationen nicht wirklich anders.

Überlebte man die Situation und kam vielleicht sogar nach gewonnenem Kampf mit einem fetten Braten zurück nach Hause, waren tatsächlich viele der Stresshormone bereits durch die Aktion wieder abgebaut und Entspannung konnte durch die Umkehr der Kaskade und eine Aktivierung des Parasympathikus erneut eingeleitet werden.


Natürlich gibt es auch heute noch Situationen, in denen die ursprüngliche Reaktion genau richtig ist. Wenn ein Zug auf uns zugerast kommt, brauchen wir jede Reserve, und zwar schnell. Allerdings sind heute die Stressoren subtiler geworden. Man erkennt sie nicht mehr direkt, und die entsprechenden Kaskaden laufen oft ab, ohne dass sie uns bewusst werden. Da viele Situationen uns auch dauerhaft stressen, kommt es häufig nicht mehr zur vollständigen Entspannung. Außerdem werden Stresshormone kaum noch durch die körperliche Reaktion abgebaut. Es ist auch eher nicht adäquat, aus dem beängstigenden Meeting mit dem Chef oder einem aggressiven Kunden einfach davonzulaufen. Auch Kämpfen ist selten möglich, zumindest nicht körperlich.

Und hier liegt das Problem der heutigen Zeit.

Daher gehen viele Menschen, ohne es zu merken, in die dritte mögliche Reaktion, nämlich die Starre. Besser bekannt sind die Ausdrücke inzwischen auf Englisch: fight, flight and freeze.


Wir kennen diese Reaktion auch aus dem Tierreich, wenn sich ein bedrohtes Tier totstellt, damit der Angreifer es übersieht oder nicht mehr als Beute betrachtet. Tiere, die das überleben, werden aber oft dabei beobachtet, wie sie nachher die angestauten Stresshormone und die körperliche Anspannung regelrecht abschütteln, indem sie scheinbar unkontrolliert zittern. Danach fressen sie weiter, als sei nichts geschehen. Doch auch das ist für uns hochentwickelte Menschen selten angebracht, zumindest nicht in der Öffentlichkeit.


Tatsächlich ist aber Bewegung ein exzellenter Faktor, um den negativen Auswirkungen von unverarbeitetem oder Dauerstress entgegenzuwirken.

Du kannst laufen, schwimmen, tanzen – was Dir Spaß macht. Am allerbesten sogar, was dir Spaß macht. Bewährt hat sich für viele auch, die Bewegung aus dem Körper kommen zu lassen. Mach einfach Musik an, gern auch etwas wilder, rhythmischer, schließ vielleicht sogar die Augen und lass Deinem Körper freien Lauf. Gerade die unkoordinierten Bewegungen, das Archaische hilft vielen Menschen, wieder in Kontakt mit ihrem Körper zu kommen. Sorge allerdings dafür, dass Du Dich nicht verletzen kannst, wenn es etwas wilder wird.

Ich habe oben bereits geschrieben, dass im akuten Stress oder bei Angst unser rationales Denken deutlich eingeschränkt ist. Das kennen viele als Blackout in einer Prüfungssituation. Aber auch beim Streit mit dem Partner oder bei Stress im Büro fällt es uns oft schwer, vernünftig zu handeln oder sachlich zu bleiben. Ein erster Schritt ist wieder, dies zu erkennen und entsprechend für eine Unterbrechung der Situation zu sorgen. Auch wenn wir im Kampf- oder Fluchtmodus lieber einfach weiterstreiten, davonlaufen und Türen knallen oder uns verkriechen möchten. Tief und langsam durchatmen hilft. Der Fokus sollte auf einer vollständigen Ausatmung liegen. Stress und langsamer Atem passen nicht zusammen. Du kannst Dir auch bildlich vorstellen, wie Du aus der Situation heraustrittst und am besten von oben auf die Situation hinabschaust.


Am besten übst Du das täglich. Nimm Dir mindestens dreimal täglich 1 Minute und atme mehrmals langsam und vollständig aus und wieder ein. Das bewirkt Wunder.
Achte außerdem auf Deine Körperhaltung.

Gönne Dir ganz bewußt Auszeiten und übe bewusste körperliche und geistige Entspannung, das Nichts-tun. Wenn Du dieses Thema vertiefen möchtest, findest Du weitere Tipps, zB wie die verschiedenen Doshas auf Stress reagieren in meinem Buch. Verschiedene geführte Entspannungen, auch eine ganz Kurze findest Du auf der Website.

Zu Deiner Auszeit

Dein wichtigstes meeting ist das Treffen mit Dir!

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