Du bist (D)ein Schöpfer – Gesundheitsbasics #7 , über die Kraft Deiner Gedanken

Heute habe ich wieder einen gekürzten Ausschnitt aus meinem Buch für Dich.

Es ist eines der Themen, die mir immer wieder sehr am Herzen liegen, da es in der modernen Medizin oft viel zu kurz kommt. Dabei beginnt die moderne Medizin wohl schon vor ca 2500 Jahren, wie dieses Zitat zeigt:

„Das ist der größte Fehler bei der Behandlung von Krankheiten, dass es Ärzte für den Körper und Ärzte für die Seele gibt, wo beides doch nicht getrennt werden kann.“

(Plato, 427–348 od. 347 v. Chr., griechischer Philosoph)

Es gibt in uns eine Kraft, die extrem viel Veränderung bewirken kann – Deinen Geist, Deine Gedanken. Du bist ein Schöpferwesen.

Während das Weltbild in unserer westlichen Kultur sehr materialistisch geprägt ist und der Bereich des weitgehend unerforschten Bewusstseins gern noch in die Esoterik-Ecke geschoben wird, ist es in anderen Kulturen traditionell genau andersherum. In Tibet z. B. lag über Jahrhunderte der Schwerpunkt der Forscher im spirituellen Bereich. So kennt man in den tibetischen Lehren mindestens sechs verschiedene Bewusstseinszustände bis über den körperlichen Tod hinaus, während wir immer noch diskutieren, was das Bewusstsein eigentlich ist und wo genau es seinen Ursprung hat. Auch wenn sich moderne Hirnforschung zwar vorwiegend auf das Organ selbst und dessen Physiologie bezieht, hat sie uns gemeinsam mit der weiter greifenden Psychoneuroimmunologie, der Lernforschung sowie der Psychologie viele sehr nützliche Erkenntnisse gebracht, die zum Verständnis von Lernprozessen und dem, was uns eigentlich steuert, wie wir z. B. Entscheidungen treffen, beitragen.

Aus dem Blickwinkel sowohl der ganzheitlichen Medizin als auch dem Ayurveda sind Körper, Geist und Seele nicht zu trennen. Auch die moderne Wissenschaft hat bestätigt, dass sich unser Gemütszustand und unsere Gedanken direkt auf unseren Körper auswirken und auch umgekehrt. Es ist gut belegt, dass negativer, mentaler Stress unser Immunsystem beeinträchtigt und auf Dauer krank macht. Es ist aber vermutlich jedem auch ohne wissenschaftliche Beweise klar, dass sich unsere Stimmung unmittelbar auf unsere Körperhaltung, Atmung, den Blutdruck niederschlagen kann. Und dass körperliche Schmerzen und Unwohlsein sich umgekehrt direkt auf unseren Geist auswirken, ebenfalls.

Natürlich muss diese Verbindung nicht immer negativ sein. Im Gegenteil: Körper und Geist können sich natürlich auch positiv beeinflussen. Wenn wir den Mund zu einem Lächeln verziehen, reagieren wir auch bei ursprünglich schlechter Stimmung nach einer Weile mit der Ausschüttung von Glückshormonen und fühlen uns besser. Unser Körper antwortet ganz nach dem Motto: Wenn sie lächelt, muss es ihr wohl gutgehen.

Im letzten Kapitel habe ich bereits beschrieben, wie wir über die Atmung unsere Angst eindämmen und andere Körperfunktionen beeinflussen können. Ebenso hat unsere Körperhaltung Einfluss auf unser Empfinden. Das kannst Du direkt ausprobieren:

Stell Dir vor, Du hast ein wichtiges Gespräch, vor dem Du Dich vielleicht sogar ein bisschen unwohl fühlst. Nun lass zuerst die Schultern und den Kopf hängen und sacke ein bisschen in Dich zusammen. Wie fühlst Du Dich? Selbstbewusst? Glaubst Du an Dich und Dein Können?

Nun atme tief ein, richte Dich auf, straffe die Schultern – wahrscheinlich ändert sich dabei automatisch Dein Gesichtsausdruck. Fühlst Du den Unterschied?

Über diese recht offensichtlichen Zusammenhänge hinaus sehen wir den Einfluss unseres Geistes auf den Körper in weit komplexeren Situationen. Ich finde es ziemlich faszinierend und wundere mich immer wieder, warum Forschung auf diesem Gebiet nicht mehr gefördert wird.

Du hast mit Sicherheit schon einmal vom Placeboeffekt gehört.

Placebo bedeutet übersetzt „Ich möchte gefallen“ und bezeichnet heute eine Scheintherapie, die trotz fehlendem Wirkstoff oder echtem Eingriff zum gewünschten Erfolg führt.

Im Gegenzug ist auch der Noceboeffekt beschrieben (nocebo = „Ich werde schaden“), bei dem wir negative Auswirkungen einer Therapie erkennen, ohne diese durch die Inhaltsstoffe erklären zu können.

Wir beobachten beides eigentlich ständig, auch wenn wir uns als Ärzte dessen vielleicht gar nicht direkt bewusst sind. Jede Kommunikation hat eine Wirkung, ob wir das beabsichtigen oder nicht. Der Placeboeffekt könnte viel gezielter eingesetzt werden und so nebenwirkungsfrei vielen Menschen zu Linderung und mehr Wohlbefinden verhelfen. Leider hören wir davon aber wesentlich häufiger im Kontext von Homöopathie und naturheilkundlichen Mitteln, deren Effekt damit vermeintlich negiert wird.

Dabei vergessen wir aber meist eine wichtige Tatsache: Der Placeboeffekt ist ein Effekt.

Das heißt, auch wenn wir es nicht durch Inhaltsstoffe erklären können, kommt es zu einer Besserung, und das zumeist auch ohne Nebenwirkungen. Diesen Effekt könnten wir durch geschulte Kommunikation, aber auch durch Schulung der Menschen selbst herbeiführen und damit viele Therapien gezielt unterstützen, wenn nicht sogar ersetzen. Spannend ist nämlich, dass das sogar funktioniert, wenn man dem Patienten vorher erzählt, dass er gerade eine Zuckerpille bekommt, aber dass diese den meisten Menschen geholfen hat.

Stattdessen wird durch fehlendes Wissen über diese Mechanismen immer wieder sogar der Noceboeffekt herbeibeschworen. Da hilft meist auch nicht der Hinweis: „Lesen Sie den Beipackzettel am besten gar nicht!“ Im Gegenteil.

Der Noceboeffekt kann natürlich auch über verbale Kommunikation und wiederholte Eindrücke eintreten – ein Phänomen, welches gerade im Augenblick im Rahmen der täglichen Berichterstattung und Schwarzmalerei leider vergessen zu sein scheint, aber in meinen Augen absolut nicht zu unterschätzen ist.

Wenn wir davon ausgehen, dass es sich hier letztlich um ähnliche Prinzipien wie bei der Hypnose handelt, dann dürfen wir nämlich das Vertrauen und die Offenheit unseres Gegenübers für die Botschaft nicht unterschätzen – zumindest, wenn wir möglichst keinen Noceboeffekt herbeiführen möchten.

Vielleicht klingt das nun ein bisschen unheimlich für Dich.

Die meisten kennen Hypnose ja vor allem aus dubiosen Shows, in denen Menschen dazu gebracht werden können, am Stuhl festzukleben, ihren Namen zu vergessen oder wie ein Huhn gackernd über die Bühne zu laufen. Das ist natürlich nicht unbedingt das, was wir erleben möchten. Allerdings finde ich auch hier faszinierend, was möglich ist, nur weil der Mensch es nun glaubt!

Hypnose findet tatsächlich ständig statt. Vereinfacht gesagt immer dann, wenn unser Geist offen für die Botschaft ist. Also z. B. ausgehend vom Arzt oder von Respektspersonen und Medien, denen wir vertrauen – wenn wir die Botschaft nur häufig genug hören, ohne sie zu überdenken. Der letzte Satzteil ist übrigens ganz wesentlich: Es braucht Deine Bereitschaft einfach (ungeprüft) aufzunehmen.

Am allermeisten hypnotisierst Du Dich allerdings selbst! Ständig.

Lausche einfach mal auf Deinen inneren Dialog und achte auf den Grundtenor. Bist Du achtsam und liebevoll mit Dir? Wo ist Dein Fokus? Auf Deinen Erfolgen? Auf den schönen Dingen, den Dingen, die Dir guttun? Oder vielleicht doch eher auf dem, was vielleicht nicht so gut lief, auf den Schwächen Deines Partners oder Deinen eigenen? Passt das dazu, wie Du Dein Leben erlebst? Meistens bestätigt sich der Inhalt unserer inneren Kommunikation, denn auch das ist Kohärenz.

Es ist in sich viel stimmiger, wenn Dein Geist nach Beweisen für die Gedanken sucht, quasi damit er nicht zugeben muss, sich getäuscht zu haben, damit er recht behält. Wenn Du z. B. Deinen Fokus auf das unaufgeräumte Zimmer Deines Teenagers legst, wirst Du wahrscheinlich vermehrt ungewaschene Klamotten, Essensreste und anderen Kram sehen, während Dir die Tage, an denen mal sauber ist, oder die wunderbar dekorierte Bilderecke gar nicht mehr auffallen.

Dies läuft meist im Hintergrund und unbewusst ab, bis Du den Scheinwerfer darauf richtest.

Es ist leider bei uns sogar völlig normal, sich selbst kleinzureden und den Fokus auf die Schwachstellen zu richten – auch etwas, das man in anderen Kulturen so nicht findet. Es gibt eine Anekdote über den Dalai Lama, der wohl einmal einer Konferenz in Amerika beigewohnt haben soll, bei der immer wieder das Wort Selbsthass fiel. Er musste schließlich bei seinem Übersetzer nachfragen, weil ihm das Wort aus seiner eigenen Sprache und Erfahrung gänzlich unbekannt war …

Wenn wir das Gesagte nun zusammenfassen, würde das simpel ausgedrückt bedeuten, dass wir mit dem, was unser Geist im Fokus hält, ob uns das nun bewusst oder nicht bewusst ist, Materie verändern können. Wow! Das sollten wir doch nutzen! Unsere Gedanken, unseren Fokus auf das richten, was wir wollen.

Das bezieht sich zwar erst mal nur auf unseren eigenen Körper und indirekt auf unsere Umwelt, da wir vor allem unser Erleben verändern, aber ich finde das schon ziemlich beeindruckend. Tatsächlich ist aber auch das alles andere als eine neue Erkenntnis, sondern seit Menschengedenken in schamanistischen Kulturen und traditionellen Heilsystemen gängige Praxis.

Leider haben wir dieses fantastische Werkzeug aus unserem Denken weitgehend als minderwertig verbannt und müssen uns diese Weisheiten erst wieder mühsam zusammensuchen.

Glücklicherweise helfen unserem auf Wissenschaft trainierten Hirn dabei sogar modernste Forschungen, z. B. aus der Quantenphysik. Wenn wir uns überlegen, dass in unserer so soliden Welt mit all ihrer greifbaren Materie doch letztlich alles reine Energie ist, ist das schon erst mal faszinierend. In einem Atom ist wesentlich mehr Leere, also Raum, der von Energie ausgefüllt wird, als Teilchen. Wir wissen heute, wenn wir diese kleinsten Teilchen schließlich noch weiter herunterbrechen, bleibt nachher selbst davon nur eine Welle übrig – wieder Energie, die lediglich unter Beobachtung Form annimmt, die von uns beeinflusst werden kann. Die Physiker unter Euch mögen mir die stark vereinfachte Darstellung verzeihen.

Natürlich möchte ich hier nicht behaupten, der Tisch, an dem ich gerade sitze, sei nicht stabil, und wenn ich mich nur fest genug konzentriere, kann ich ihn in einen Sessel verwandeln. Ich zumindest kann das nicht :-)

Allerdings gibt es jede Menge Experimente, die zeigen, dass es sehr wohl möglich ist, Materie und die Welt um uns herum durch den Geist zu beeinflussen. Es fällt den meisten von uns allerdings einfach noch schwer, das nachzuvollziehen, weil es noch keine wirklich schlüssige Erklärung gibt.

Daran, dass es vielen von uns heute trotzdem so schwerfällt, diese Dinge als wahr zu akzeptieren und die Erkenntnisse daraus zu nutzen, können wir ein weiteres Phänomen erkennen. Vielleicht das wichtigste überhaupt: Wir selbst bestimmen, was wir in unserem Leben für möglich halten und was nicht.

Heute bezeichnen wir diese innere Wahrheit, die unsere Grenzen festlegt, oft als Glaubenssätze. Dies sind Programmierungen, meist aus der Kindheit, die irgendwann einmal sinnvoll für unser System waren, z. B. um uns zu schützen, um dafür zu sorgen, dass wir dazugehören durften. Da in der frühen Kindheit unser Gehirn quasi auf Dauerhypnose steht, sind wir in dieser Phase sehr empfänglich für Botschaften, mit denen wir uns später identifizieren. Vor allem da wir in dieser Lebensphase gleichzeitig sehr verletzlich sind und unser Überleben von den Menschen um uns herum abhängt, tun wir meist alles, um zu kooperieren. Wenn das bedeutet, zu akzeptieren, dass andere wichtiger sind, dass wir besser nicht unsere Meinung sagen, schon gar nicht laut oder dass gewisse Dinge einfach nicht gehen, dann ist das eben so und führt häufig zu Glaubenssätzen wie: „Um geliebt zu werden, muss ich brav sein und mich anpassen“ oder „Ich bin nicht gut genug“. Dass man sich auch als Erwachsener noch an diese „Regeln“ hält, gilt sogar für Tiere, wie das Beispiel von Rindern oder indischen Arbeitselefanten zeigt.

Es erstaunt oft, wenn man sieht, welch kleine Kette um einen Fuß einen großen Elefanten am Platz festhält. Sicher könnte er diese auch zerreißen, aber er hat als kleines Elefantenkalb gelernt, dass das nicht geht, und er probiert es schlichtweg nicht mehr aus.

Wenn Kälber früh erfahren, dass der Elektrozaun „beißt“, wird auch ein ausgewachsener Bulle hinter einem dünnen Stück Draht stehenbleiben. Wobei ich im Sommer trotzdem jedes Mal mit einem mulmigen Gefühl unsere Einfahrt hochlaufe, wo nur durch eine einfache Litze von mir getrennt der Riesenbulle steht …

Das Gleiche gilt oft für uns Menschen.

Leider sind diese Glaubenssätze meist unbewusst, und es ist oft gar nicht so leicht, diese zu erkennen, um etwas daran zu verändern. Allerdings ist es für unser Leben vielleicht auch gar nicht so wichtig, in der Vergangenheit zu graben, um eine Begründung für unser Verhalten und immer wiederkehrende Lebensgeschichten zu finden. Es ist viel wichtiger, zu überlegen, wie Du Dein Leben JETZT gestalten möchtest, und zu versuchen, neue Glaubenssätze zu etablieren. Das braucht unter Umständen viel Zeit und vor allem einen starken Fokus. Aber es ist möglich! Wie wir aus der Geschichte von Roger Banister und vielen anderen persönlichen Heldengeschichten, in denen Menschen wie Du und ich über sich selbst hinausgewachsen sind, sehen können.

Als Roger Banister 1946 mit dem Laufsport begann, galt es als physisch unmöglich, dass ein Mensch die Meile unter 4 Minuten laufen könne. Er jedoch beschloss, diesen allgemeinen Glaubenssatz nicht als Wahrheit zu akzeptieren, und schaffte einige Jahre später als Erster den absoluten Rekord von 3:59,4 Minuten.

Doch nachdem der Glaubenssatz seine Gültigkeit verloren hatte, unterbot bereits wenige Wochen später John Landy den Rekord und lief die Strecke in 3:57,9 Minuten. Der Rekord über die Meile liegt aktuell bei 3:43:13 Minuten, aufgestellt durch den Marokkaner Hicham El Guerrouj.

Es gibt Geschichten über Yogis und einzelne Menschen, die noch ganz andere Dinge bewerkstelligen können, aber hier weiterzulesen und daran zu glauben oder nicht, überlasse ich Dir selbst.

Es liegt auch an Dir, ob Du lieber graben und eine Begründung für Deine nicht idealen Lebensumstände suchen möchtest oder ob Du Dich anders entscheidest. Ob Du Ausreden suchst oder beschließt, Deinen Fokus zu ändern und die Umstände als Sprungbrett zu sehen. Beides ist möglich.

Mein Rat ist, wenn Du in einer schwierigen Situation steckst oder eine schlechte Prognose erhalten hast, denke immer daran: Du bist keine Statistik. Suche nach Menschen, die es geschafft haben, suche die Erfolgsgeschichten und umgib Dich mit dieser Energie des Machbaren. Zeige Deinem Geist wieder und wieder, dass es möglich ist. Etabliere Stück für Stück eine neue Richtung.

Nutze hierfür gern die Werkzeuge in den Ressourcen oder lade sie Dir hier gleich runter.

„Veränderung geschieht, weil Gedanken, die betrachtet werden,

sich anders verhalten als Gedanken, die unbetrachtet bleiben.“

(David J. Bohm, 1917–1992, US-amerikanischer Quantenphysiker und Philosoph)

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