Was also ist Fasten eigentlich?
Die meisten Menschen denken dabei sofort an Hungern, den völligen Verzicht auf Nahrung für einen begrenzten Zeitraum. Diese Variante ist möglich, aber wahrscheinlich auch die anstrengendste und die, die viele (mich eingeschlossen) abschreckt.
Tatsächlich ist der völlige Verzicht auf Nahrung nur für wenige Menschen wirklich geeignet, bzw. nur für sehr kurze Zeit, wie z.B. beim Intervallfasten (darauf gehe ich später nochmal ein!)
Glücklicherweise gibt es viele andere Varianten des Fastens, bei denen auf verschiedene Arten doch Kalorien und Nährstoffe zugeführt werden, was meist leichter umzusetzten ist und dennoch für effektive Entgiftung und Entschlackung sorgt. ZB. das Basenfasten, Fastsaften, Smoothiefasten, Mayr-Fasten…..
Das Ziel des Fastens ist aber immer, den Körper zu entlasten, so dass dieser vermehrt zum Reparieren und Aufräumen angeregt wird. Diese zelleigene Müllvernichtung nennt sich Autophagie. Dabei wird dafür gesorgt, dass Abfallstoffe in der Zelle selbst recyclet werden. Natürlich werden aber auch ganz direkt Verdauungsorgane und Leber entlastet, was sich auf unsere Darmgesundheit und damit unser Immunsystem auswirkt. Außerdem switcht, sobald die Zuckerreserven der Leber aufgebraucht sind, der Stoffwechsel auf Fettverbrennung. Die dabei entstehenden Ketonkörper wirken schützend auf unsere Zellen und vor allem auf unser Nervensystem.
Auch das Lymphsystem fährt sozusagen ein Selbstreinigungsprogramm und der gesamte Organismus wird frischer und sieht sofort besser aus. Du wirst wahrscheinlich auch direkt spüren, wieviel leichter und klarer sich alles anfühlt, auch Deine Gedanken und Gefühle, selbst dann, wenn Du Dich jetzt rein auf den Körper konzentrierst. Dessen Signale zu hören wird übrigens auch wieder einfacher, was es, wie bereits gesagt, deutlich leichter macht, Dinge nach einer Fastenkur umstellen.
Fasten wirkt also tatsächlich wie ein Frühjahrsputz und hat wissenschaftlich nachgewiesen positive Effekte auf die sog. Zivilisationserkrankungen wie Rheuma, hohen Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Reizdarm und viele andere Krankheiten, die in Zeiten, als Hunger noch ein Teil des Lebens war, weitgehend unbekannt waren. Vermutlich ist unser Körper evolutionsbedingt auch einfach noch auf regelmäßige Hungerphasen ausgerichtet.
Damit Du heute schon etwas umsetzten kannst, hier die allereinfachste Form des Fastens: Bereits nach ca. 14 Stunden stellt unser Körper den Stoffwechsel um, also kannst Du einfach die Zeit über Nacht, in der Du nichts isst, auf mindestens diesen Zeitraum verlängern. Am besten indem Du früh und leicht zu Abend isst und erst am nächsten Morgen wieder ebenfalls leichtverdauliche Nahrung zu Dir nimmst.
Am besten Du rechnest von Deiner gewöhnlichen Frühstückszeit 15 Stunden zurück.
Es geht zwar auch anders herum, also ein spätes oder ausgefallenes Frühstück, aber die Erfolge sind anders herum meist besser. Getreu nach dem althergebrachten Motto ‘morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann’ kann man dieses kurze Fasten eigentlich auch gleich beibehalten……..
Anmerkung: In diesem Video findest du noch einen ergänzenden Hinweis zum Intervall-Fasten.