Wer schreibt hier eigentlich und was hat das mit Dir zu tun?

Da ich zwar schon einer Weile immer mal wieder einen Blog Artikel geschrieben habe, aber eigentlich erst jetzt ernsthaft begonnen habe, diese auch zu veröffentlichen (was ja nun der Sinn der Sache ist….), wollte ich nochmal ein bisschen von mir und von dem erzählen, was ich mache und für was ich stehe.

Ich bin ganz normal schulmedizinisch ausgebildete Ärztin und habe auch ein paar Jahre in der Klinik verbracht. Während des Studiums in Heidelberg als Aushilfe in der Pflege und später in den üblichen Famulaturen, die ich teilweise im Ausland verbracht habe und dann nach dem Studium mehrere Jahre in verschiedenen Fachrichtungen, vorwiegend in der Frauenheilkunde.

Irgendwie wusste ich schon immer, dass die Medizin mein Weg sein würde, obwohl ich als Kind noch zwischen Tier- und Menschenmedizin geschwankt habe.

Es hat mich damals schon interessiert, was hinter den Dingen ist, was das Leben ausmacht. So habe ich mich schon als junger Teenager mit Nahtodberichten, spirituellen Texten und allem möglichen, was man vielleicht als Esoterik bezeichnen würde befasst. Ich wollte den Menschen als Ganzes erfassen. Im Studium lag dann allerdings das Hauptaugenmerk auf dem Körper und erfasst wurde nur mit dem Verstand. Dies setzte sich auch in der Klinik so fort. Fast unmerklich habe auch ich so den Zugang zu tieferen Schichten und zu dem verloren, was mir ursprünglich so wichtig gewesen war. Es schien hinter den wissenschaftlichen Erkenntnissen und Errungenschaften der modernen Medizin einfach naiv und unwichtig.

Allerdings wurde ich, obwohl mir die Arbeit zunächst wirklich Spaß gemacht hat, immer unzufriedener. Vieles erschien mir falsch und ich hatte zunehmend das Gefühl, dass nicht der Patient im Mittelpunkt stand. Dazu kam eine immer höhere Arbeitsbelastung, die mir nach der Kinderpause erst so richtig bewußt wurde. Bei gleicher Patientenzahl erschien die Arbeit plötzlich kaum noch zu bewältigen, alle waren ständig gestresst und am wenigsten profitierte scheinbar der Patient von der vielen Arbeit. Aber zum Thema fehlgeleitetes Gesundheitssytem gibt es viele andere Artikel und wahrscheinlich werde ich auch dazu mal selbst nochwas schreiben- hier führt das jetzt in die falsche Richtung.

Um es kurz zu machen, mir wurde irgendwann klar, dass dies nicht meine Vorstellung von guter Medizin war, dass ich täglich meine eigentlichen Überzeugungen und Werte verraten musste, weil keine Zeit für ein richtiges Gespräch war oder Erwartungen erfüllt weren mussten, die in meinen Augen am Ziel -nämlich Gesundheit und Würde- vorbei gingen.  Dazu kam, dass es mit drei kleinen Kindern zu Hause nicht vereinbar war und ich merkte, dass ich nicht genug Kraft hatte, mich im System zu behaupten ohne krank zu werden.

Mit der Rückbesinnung auf das, was mir wirklich wichtig war,  kamen mir dann auch wieder Techniken in den Sinn, mit denen ich mich schon früher beschäftigt hatte – zB. Visualisieren, siehe hier auch den Blog zum Thema – und es traten Menschen, Weiterbildungen und Möglichkeiten in mein Leben, die mir Schritt für Schritt den Weg in mein jetziges Leben eröffneten.

Ich erinnere mich zB. nach einem Nachtdienst, den ich mal wieder als ziemlich stressig empfunden hatte, das ich morgens nach Dienstschluss meinen Frust darüber aufgeschrieben habe. Nach allem, was ich nicht mehr in meinem Leben wollte, fiel mir ein, dass ich mir vielleicht doch mal überlegen sollte, was ich denn eigentlich stattdessen will. Das habe ich dann tatsächlich ziemlich detailliert aufgeschrieben –  ich erinnere mich, dass ich das damals ganz schön schwierig fand, weil es so absurd erschien. In den folgenden Monaten geriet es dann wieder komplett in Vergessenheit, bis ich den Eintrag vor einiger Zeit zufällig wieder in die Hände bekommen habe. Ich bekomme heute noch eine Gänsehaut, weil letztlich jeder Punkt, den ich damals notiert habe, heute eingetroffen ist….

Warum schreibe ich das alles? 

Ich glaube, dass eingie von uns in einem Hamsterrad oder einem unschönen Zustand feststecken und das Gefühl haben, es läßt sich nichts ändern.

Zum einen also, um aufzuzeigen, dass es Auswege gibt, wir uns aber zunächst einmal bewußt werden müssen und ehrlich hinschauen, wo wir im Moment stehen und wo wir denn eigentlich wirklich hinwollen.

Zum anderen, weil ich erzählen wollte, wie ich zu dem kam, was ich heute mache und was für mich heute in der Medizin wichtig ist.

Heute arbeite ich freiberuflich und habe mich der ‚Basis‘ verschrieben. Ich berate als Ärztin Menschen, die entweder bereits eine Diagnose haben oder die merken, dass es noch Luft nach oben gibt, was Ihre Gesundheit betrifft. Dabei finde ich es heute essentiell – und die Erfahrung zeigt, dass dies nicht nur meine Vorstellung ist-, den Menschen als ganzes wahrzunehmen. Nicht nur den Körper oder nur den kranken Körperteil bzw. das Symptom, sondern auch den Geist, die Seele und das Umfeld.

Ich erhebe dabei keinen Anspruch auf 100%ige Richtigkeit. Ich schreibe und spreche hier aus meiner Erfahrung und meinem besten Wissen, aber selbstverständlich kann ich nicht für alle Menschen sprechen. 

Ich will Dich lediglich inspirieren, selbst nachzuforschen, zu hinterfragen, in Dich hineinzuspüren und Deinen Weg zu finden.

Ohne Frage ist moderne Medizin wichtig und wir können viel damit erreichen. Gerade in der Akutmedizin und im operativen sowie der körperlichen Diagnostik würde ich hier nicht gegen eine andere Modalität tauschen wollen.

Aber es scheint, dass viele Menschen doch ein Gefühl von ganzheitlicher Gesundheit und Selbstwirksamkeit missen oder merken, dass trotz fehlender Diagnose etwas nicht 100% in Ordnung ist.

Und auch wenn das schulmedizinisch so oft nicht gesehen wird, gibt es dazu auch entsprechend Evidence.

Ein wichtiges Stichwort hier ist die Salutogenese, also die Lehre der Gesundheitsentstehung – im Gegesatz zur sonst üblichen Pathogenese, der Krankheitsentstehung als Grundlage unseres Handelns.

Grob gesagt, handelt es sich bei der Salutogenese um ein Modell, das von Aaron Antonovski entwickelt wurde und in dem er beschreibt, was ein Mensch braucht, um einem (negativen) Einfluss zu begegnen und dabei gesund zu bleiben. Dafür sind drei Dinge wichtig: 

  • man muss die Situation, in der man sich befindet – zB eine Diagnose- verstehen.
  • man braucht das Gefühl, etwas tun, etwas bewirken zu können –  zB. ein Therapiekonzept, aber noch wichtiger selbst zur Heilung beitragen zu können.
  • und man sollte in der Situation möglichst noch einen Sinn erkennen- zB. die Erkrankung als einen Hinweis auf ungesunde Lebensumstände zu sehen, die es zu ändern gilt.

Es hat sich gezeigt, dass Menschen, denen es gelingt, diese drei Punkt zu erfüllen, ein Gefühl von Koheränz haben, das es Ihnen ermöglicht, besser mit einer Erkrankung umzugehen.

Der nächste wichtige Punkt, den ich machen möchte, ist der, dass es tatsächlich sehr viel gibt, das wir selbst steuern und für uns tun können.

Dazu dann mehr in den folgenden Artikeln :-)