Bist Du gut versorgt? Gesundheitsbasics – #3 Mikronährstoffe

Im letzten Blog haben wir ganz grundlegend über Lebensmittel und Ernährung gesprochen. Man sollte meinen, wenn man sich so ernährt, dann ist das absolut ausreichend, um seinen Körper mit allem zu versorgen, was er braucht.

So wird es uns immer wieder gesagt und auch ich habe früher alle belächelt, die meinten, eine ganze Armada an Nahrungsergänzungsmitteln zu brauchen.

So ein Quatsch- wir haben eine so gute Versorgung mit verschiedenen Lebensmitteln aus aller Welt wie noch nie zuvor. 

Wieso sollen wir ausgerechnet jetzt Vitalstoffmängel aufweisen?

Nun ja, ich habe inzwischen meine Meinung geändert, wie Du Dir vorstellen kannst. Wobei ich in einem Blogartikel diesem komplexen Thema kaum gerecht werde. Aber ich will versuchen, Dir einen groben Überblick zu geben und zu erklären, warum ich selbst ergänze und das auch empfehle. Dazu bekommst Du hier schon mal einen Ausschnitt aus meinem Buch, das sich den ebenfalls den Gesundheitsbasics widmet und demnächst erhältlich sein wird. (Vorbestellung bald möglich)

Unsere Nahrungsmittel sind leider oft nicht mehr das, was sie sein sollten. Auch wenn das Gemüse im Supermarktregal gut aussieht, ist es oft unreif geerntet, unter fraglichen Bedingungen angebaut worden und hat dazu meist noch weite Transportwege hinter sich, bevor es auf unseren Tellern ankommt, das gilt leider auch oft für Bio, auch wenn das zumindest weniger belastet ist. 

Dazu kommt spannenderweise, dass die Deutschen statistisch heute trotz es großen Angebotes weniger Diversität in ihrer Nahrung haben, als das noch vor einigen Generationen der Fall war. Wir kochen (wenn überhaupt selbst) eher immer die gleichen Gerichte und nutzen wiederholt die gleichen Zutaten, die uns ja auch ganzjährig zur Verfügung stehen, während unsere Vorfahren wohl das aßen, was gerade wuchs und zur Verfügung stand und dadurch ihre Nahrung ‚bunter‘ war. Natürlich sprechen wir hier nicht von Mangelzeiten, wie zB im Krieg.  Doch auch oder gerade diese Generation kannte die Namen von deutlich mehr einheimischen Gemüsesorten und Kräutern als die meisten Menschen heute.

Es stehen uns also reichlich Essen und Makronährstoffe wie Kohlenhydrate, ( oft schlechte) Fette und Eiweiße zur Verfügung, aber unter Umständen weniger Mikronährstoffe – wir verhungern sozusagen an vollen Tellern. So werden heute sehr viel tierische Produkte und leere Kohlenhydrate (Weißmehl, Nudeln, schlechtes Brot…) verzehrt. 

Hierzu auch eine interessante Aussage unserer Landwirtschaftsministerin: Julia Klöckner sagte im TV zum Beginn der Corona Krise, dass die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln sichergestellt sei – Schweinefleisch, Milchprodukte und Weizen…. super gesund als Grundnahrungsmittel….

Meine Vermutung ist inzwischen auch, dass wir bedingt durch unseren schnellen Lebenstil, die Daueranspannung und zunehmende Belastung mit schädlichen Umwelteinflüssen einen zusätzlich erhöhten Bedarf an Mikronährstoffen haben. Auch nicht zu verachten ist ein Mikronährstoffmangel bei längerfristiger Einnahme von Medikamenten! Dazu gibt es inzwischen eindeutige Literatur und eigentlich klare Anweisungen –  um ein Beispiel zu nennen: Bei der Einnahme von Cholesterinsenkern kommt es zu einem Mangel an CoEnzym Q10. Durch dessen Ergänzung kann einer der gefürchtesten Nebenwirkungen, der Muskelschwäche vorgebeugt werden (ganz zu schweigen von anderen Problemen, die durch den Mangel entstehen).

Man kann natürlich diskutieren, ob ein Mangel auch in Frage kommt, wenn Du Dich aus dem eigenen Garten und sehr bunt ernährst.

Brauchen wir aber gar nicht, denn wir können es heute für die meisten Mikronährstoffe ganz einfach überprüfen. Dann brauchen wir nicht zu spekulieren, sondern wissen, wie es tatsächlich aussieht.

Es lohnt sich also in jedem Fall, auch wenn Du Dich völlig gesund fühlst, Dein Blut auf gewisse Dinge untersuchen zu lassen.

Viele Menschen glauben, dass dies zB bei der Vorsorgeuntersuchung beim Hausarzt gemacht wird, wenn das große Blutbild untersucht wurde und sind beruhigt, wenn sie gesagt bekommen, dass alles in Ordnung war.

Leider muss ich Dir dann sagen, dass dies ziemlich sicher nicht der Fall ist. Du musst höchstwahrscheinlich explizit danach fragen und um die Bestimmung bitten.

Da der menschliche Körper recht resilient ist und auch mit einem moderaten Mikronährstoffmangel lange scheinbar gut zurechtkommt, wurde und wird diesen Substanzen in der Schulmedizin kaum Bedeutung beigemessen, bzw. erst bei extremen Mängeln geschaut und gegensteuert.

Wie gesagt, wir Ärzte lernen hierzu nicht viel an der Universität und die Bedeutung einer guten Versorgung wird eher heruntergespielt. Im Gegenteil lesen wir immer wieder Warnungen, was durch Supplementierung alles Schlimmes passieren kann.

Ich muss sagen, ich frage mich schon lange, was da dahinter steckt, weil es schon wirklich auffällig ist, dass hier oft recht unwissenschaftlich vorgegangen wird.  Zitiert werden in vielen Fällen zum Thema Mikronährstoffe Studien, die von vorne herein falsch angelegt waren, in denen zB viel zu niedrige Dosierungen oder falsche Darreichungsformen verwendet wurden, oder man gar keine Blutspiegel bestimmt hat. Vielleicht sollte man sich vorher ausreichend mit der Thematik auseinandersetzen, es sei denn, man verfolgt das Ziel zu verwirren – ein Schelm, wer Böses denkt…Vielleicht ist es am Ende doch nicht gewünscht, dass wir wirkliche Prävention betreiben? 

Es sind auch spannenderweise meist die Kollegen, die nie selbst Blutwerte von Mikronärstoffen bestimmen und so selbst Erfahrúngen sammeln könnten, die dies am meisten belächeln. 

Leider werden diese Untersuchungen auch nicht von den Krankenkassen übernommen, auch wenn sie im Vergleich zu anderen Untersuchungen und Medikamenten nur ein paar Euro kosten.

Ja, man muss auch hier vorsichtig und wach sein. Viel hilft meist nicht viel und auch eine Überdosierung einzelner Substanzen oder die Einnahme aufs Geratewohl kann durchaus schädlich sein, das möchte ich nicht verharmlosen!

Genau deshalb solltest Du Dich hier wenn möglich an einen Therapeuten wenden und vor der Substitution einzelner Mikronährstoffe Blutspiegel bestimmen lassen.

Ich möchte Dich hier lediglich für das Thema sensibilisieren und Dir ein paar Tipps geben, wo Du hinschauen solltest.

Aber lass uns erst mal ganz kurz definieren, was denn Mikronärstoffe überhaupt sind:

Zu den Mikronährstoffen zählen in erster Linie Vitamine, Mineralstoffe einschließlich Spurenelementen, essentielle Aminosäuren und Omega-Fettsäuren sowie sekundäre Pflanzenstoffe, von denen wir bisher wahrscheinlich erst einen Bruchteil identifiziert und untersucht haben.

Diese Stoffe können wir nicht selbst herstellen und müssen sie entsprechend in ausreichender Menge zuführen, damit unser Stoffwechsel und Gewebeaufbau problemlos ablaufen kann.

Könntest Du einen Mangel haben?

Die Wahrscheinlichkeit dafür steigt mit zunehmendem Lebensalter, Stress, der Qualität Deiner bisherigen Ernährung, Rauchen, Medikamenteneinnahme und ob Du bereits eine schwere Erkrankung und aggressive Therapien durchgemacht hast.

Stell Dir zB die folgenden Fragen:

  • Wie oft bist Du draußen in der (Mittags-)Sonne und genießt ein kurzes Sonnenbad auch ohne Sonnenschutz?
  • Wie breit , frisch und vitalstoffreich war deine Ernährung in den letzten Jahren?
  • Bist Du oft schlapp und fühlst Dich unfit?
  • Gibt es bereits gesundheitliche Probleme?
  • Rauchst Du oder hast Du geraucht?
  • Nimmst Du Medikamente ein?
  • Fühlst Du Dich oft gestresst?
  • Wie gut ist Deine Verdauung?

Um einen Überblick zu bekommen, brauchst Du nun aber nicht jedes potentiell messbare Vitamin zu bestimmen. Es ist sinnvoll, wenn Du bereits Probleme hast oder es Hinweise auf Mangelzustände gibt, gezielt und genau hinzuschauen, hier hilft ein guter Therapeut.

Ansonsten hatte ich Dir Pragmatismus versprochen.

Ich handhabe es oft so, dass ich ein paar wenige Parameter bestimme und wenn diese sämtlichst nicht optimal sind, empfehle ich zusätzlich zu den entsprechenden Einzelpräparaten ein breitgefächertes pflanzliches Multivitaminprärat. Auch wenn das vielleicht in den einzelnen Substanzen nicht hochdosiert ist, ist es sozusagen ein Rundumschlag und der Körper bekommt schon mal mehr, als rein über die Nahrung. Bei jeder Einnahme auf Dauer, vor allem wenn Du nicht regelmäßig von Deinem Heilpraktiker oder Arzt betreut wirst, würde ich darauf achten, so nah es geht an der Natur zu bleiben, so als würdest Du einfach mehr Gemüse, Obst etc. essen. Dies gelingt zum Beispiel durch ein breitaufgestelltes Frischsaftkonzentrat, von denen es einige auf dem Markt gibt.

zum Beispiel www.lavita.de (087197217300, Bestellnummer 330415)

Was ich immer bestimme ist:

Selen – 

wirkt als Antioxidans der Bildung von Radikalen entgegen. Die Wirkungsweise von Selen ist vielfältig, so unterstützt es verschiedene Stoffwechselvorgänge, Regeneration und Muskelaufbau, stärkt das Immunsystem und kräftigt die Zellstrukturen in Nagel, Haut und Haar.

Da unsere Böden davon nicht viel enthalten und es außer in Paranüssen eher in tierischen Produkten zu finden ist, würde dies bei Mangel durch ein Frischsaftkonzentrat allein eher nicht abgedeckt.

Zur Einnahme empfiehlt sich Natrium-Selenit.

Zink –  

besetzt Schlüsselrollen im Zucker-, Fett- und Eiweißstoffwechsel und ist beteiligt am Aufbau der Erbsubstanz und beim Zellwachstum. Sowohl das Immunsystem als auch viele Hormone benötigen Zink für ihre Funktion. Außerdem scheint es die geistige Leistungsfähigkeit zu steigern.

Darmprobleme, aber brüchige Nägel und Wundheilungsstörungen können neben einer Infektneigung auf einen Zinkmangel hinweisen.

Auch Zink finden wir neben Soja, Hafer und Nüssen/Samen eher in tierischen Lebensmitteln wie Innereien, Käse und Seafood, bzw. ist hier die körperliche Aufnahmefähigkeit höher.

Deshalb auch hier bei nachgewiesenem Mangel separat einnehmen.

Vitamin D –

auch wenn wir immer wieder gesagt bekommen, es gäbe kaum Mangel – 10µg/l sind nicht ausreichend! Selbst 20 µg/l wären mir lange nicht genug. Aber darauf gehe ich in einem seperaten Blog noch genauer ein.

Nur soviel: selbst wenn wir 20 oder 30µg/l als untere Norm setzen, haben sehr viele Menschen in unseren Breitengraden einen Mangel.

Wenn Du sonst nichts bestimmen lässt, dann bitte Vitamin D!

Bei veganer oder vegetarischer Ernährung sowie bei Erkrankungen im Verdauungstrakt schaue ich gern noch nach B- Vitaminen und ggf. Eisen bzw. Ferritin, um einen sehr groben Überblick zu bekommen.

Medikamente und Mikronährstoffe

Auch sonst ist es natürlich sinnvoll in gewissen Situationen gezielt zu schauen. So solltest Du bei längerfristiger Medikamenteneinahme, vor allem wenn es mehrere verschiedene Präparate gleichzeitig sind, auch gewisse Werte überprüfen lassen.

Hier habe ich Dir zB mal häufige Mängel bei oft verordneten Medikamenten aufgelistet:

(Quelle: Uwe Gröber, Interaktionen- Arzneimittel und Mikronährstoffe.  Ein Buch, das jeder Verordner kennen sollte!):

Cholesterinsenker – Statine: Coenzym Q10

  • zusätzlich empfiehlt er Vit D, Selen, Vitamin K2 einzunehmen
  • Antidiabetikum Metformin – Vitamin B12
  • zusätzlich empfiehlt er Vitamin B1, Coenzym Q10 und Magnesium

Laxantien – 

  • Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Calcium, aber auch Folsäure

Entwässerungsmittel – 

  • Magnesium und Kalium, aber auch B-Vitamine 

Säureblocker-

  • Mineralstoffe (Eisen, Zink, Calcium, Magnesium,), Vit D, Folsäure und B12
  • Acetylsalicylsäure – ASS –
  • Eisen (Ferritin bestimmen),  Vitamin C

Orale Kontrazeptiva –  Pille –

  • Vitamin B6, Folsäure, Magnesium

um nur einige zu nennen.

Selbstverständlich ist auch hier sinnvoll, Blutspiegel bestimmen zu lassen und nicht einfach blind zu substituieren!


Zusammenfassend läßt sich sagen, sei hier einfach wach und lass mal nachschauen. Prävention ist immer besser, als zu warten, bis sich Probleme ergeben. Nur wenn Dein Körper gut versorgt ist und alle Bausteine zur Verfügung hat, kann er gesunde Zellen herstellen und können Stoffwechselvorgänge darin reibungslos ablaufen.

Je näher Du an an der eigentlichen Nahrung bleibst, desto unwahrscheinlicher ist es, etwas überzudosieren und Probleme zu bekommen.

Auch handelt es sich in den allerseltensten Fällen um den isolierten Mangel eines einzelnen Mikronährstoff und wie Du an den Beispielen siehst, ist es meist das Zusammenspiel verschiedener Substanzen, das gebraucht wird. 

Also im Grunde wie in einer breit und bunt aufgestellten Ernährung mit qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln auch für den Menschen vorgesehen.

Ein Blutspiegel im unteren Normbereich, ist wie mit dem Auto auf Reserve zu fahren, mir wäre das nicht genug, ich hab den Tank lieber weitgehend voll, falls ich doch mal spontan irgendwo hin muss.

Das heißt, schau nach und wenn Du das Gefühl hast, Dein Arzt kennt sich damit nicht aus und nimmt Dich nicht ernst, lass Dir den Laborzettel geben und frage woanders nach.

Wenn Du ergänzt, kontrolliere die Spiegel regelmäßig, zu Beginn ca alle 3-6 Monate. Ergänze lieber etwas zurückhaltend und passe die Dosierung ggf. an.

MÖGLICHST IMMER IN ABSPRACHE MIT EINEM ARZT ODER HEILPRAKTIKER, der sich mit orthomolekularer Medizin auskennt.

Deine Handlung:

überlege, wie wahrscheinlich Mikronährstoffmängel bei Dir sind und ob Du irgendwo gezielt hinschauen solltest

im Zweifel lasse dein Blut überprüfen und dann schaue weiter:

  • Vit D3
  • Selen
  • Zink
  • evlt. B12 und Ferritin

ergänze entsprechend. Weitere Beispiele für Bezugsquellen findest Du hier in den Ressourcen

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Die Übersicht zu meinem Podcast “Svastha – Komm in dir an” findest Du hier: https://drpetrabarron.de/podcast/

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