Feed a cold and starve a fever – was ist dran an dem alten Gesundheitstipp?

Zuerst schriftlich zu finden ist diese alte Behandlungsregel wohl schon 1574. Gehalten hat sie sich zumindest im englischsprachigen Raum bis heute. Auf deutsch besagt dieser Satz, dass man sich bei Erkältungen besser gut mit Nahrung versorgt und bei Fieber besser fastet, um rasch und gut wieder über den Berg zu kommen.

In den letzten Jahren haben einige Wissenschaftler sich das ganze mal etwas genauer unter die Lupe genommen und durchaus erstaunliches festgestellt. Wie so häufig haben Dinge, die sich so lange halten, durchaus einen Wahrheitsgehalt. Dazu müssen wir aber erstmal hinschauen, was ist denn eine Erkältung, was verursacht sie meistens und was wissen wir dazu heute und was unterscheidet sie von den typischen Ursachen und Abläufen bei Fieber.

Vorneweg gesagt: so ganz verallgemeinern lässt es sich mal wieder nicht.

Aber eine gewisse Tendenz zeichnet sich wohl auch wissenschaftlich ab. Dafür spricht auch das, was viele Menschen beschreiben – die natürliche Appetitlosigkeit im Gegensatz zu regelrechten Gelüsten und Heißhunger im Krankheitsfall, vor allem nach Zucker. Es ist also mal wieder vermutlich sehr schlau, einfach auf dein Körpergefühl zu hören, zumindest solange es sich um eine Erkrankung handelt, die Du gut zu Hause auskurieren kannst und dabei Deinen Körper lediglich unterstützen möchtest.

Was also haben die Wissenschaftler nun beobachtet? Ein Team holländischer Wissenschaftler konnte 2002 bereits feststellen (allerdings mit einer sehr kleinen Probandenzahl), dass nach einer guten Mahlzeit die Immunantwort auf Viren deutlich gesteigert wurde. Und zwar um satte 450%!

Während Fasten die Produktion von Interleukin 4 steigert, das unsere Abwehr gegen Bakterien mitreguliert.

Passend dazu ist auch, dass Erkältungskrankheiten normalerweise ca 7-14 Tage dauern und es schlecht wäre so lange zu fasten, Fieber aber eher nur 1-2 Tage. Also hier wäre es normalerweise auch machbar zu fasten, vor allem, wenn Du Dich zum Essen zwingen müsstest.

2016 gab es ebenfalls interessante Versuche der Universität Yale zu diesem Thema an Mäusen. Auch hier wurde nicht wie im Spruch zwischen Cold und Fever unterschieden, sondern ebenfalls zwischen Viruserkrankung und bakterieller Infektion.

Die Ergebnisse überraschten wohl in ihrer Deutlichkeit sogar die Wissenschaftler. Wurden die Mäuse mit Grippeviren infiziert, konnte ihr überleben deutlich verbessert werden, wenn sie vor allem glucosereiche Nahrung bekamen und sogar damit Zwangsernährt wurden.

Hatte man sie allerdings mit Listerien infiziert, einem Bakterium, verweigerten sie das Futter und die meisten Mäuse wurden wieder gesund. Wurden diese Mäuse allerdings zwangsgefüttert, starben sie vermehrt und rasch.

Die Forscher gingen noch einen Schritt weiter und unterbanden den Glucosestoffwechsel, was den negativen Effekt der Nahrung wieder stoppte. Das bedeutet, dass zumindest im Mausexperiment Zucker bei bakteriellen Infektionen durchaus schädlich ist, was vor allem in Bezug auf Ernährungskonzepte für Patienten mit Sepsis und schweren bakteriellen Infekten weiter untersucht werden sollte.

Aber was bedeutet es nun für uns und die alltäglichen Probleme?

Hier ist es eben wieder einmal nicht so einfach und schwarz und weiß. Denn nicht jeder kleine Infekt ist viral und nicht jedes Fieber bakteriellen Ursprungs und es ist nicht unbedingt leicht, die eine von der anderen Erkrankung zu unterscheiden. Viele Virusinfektionen zB die Grippe gehen durchaus mit Fieber einher.

Zucker scheint bei bakteriellen Infektionen das Hauptproblem zu sein, während Protein- und Fettreiche Kost keine Nachteile im Mausversuch zeigte. Das heißt in meinen Augen: zwinge Dich nicht zum Essen, wenn Dein Körper nicht danach verlangt, faste aber auch nicht, wenn Du eigentlich Hunger und Appetit verspürst. Kurzfristig ist Fasten eher unbedenklich und eher gesund, aber achte darauf, nicht zu viel an Kraft und Substanz zu verlieren.

Aus Sicht des Ayurveda kann man diese Regel nur bedingt begreifen, da man hier die Symptome anschaut und es nicht die typische Erkältung gibt. Es reicht von trockenen Schleimhäuten oder wässrigem Naselaufen, Niesen und Augentränen (Vata) über Fieber und gelb-grünen Auswurf (Pitta) bis zu viel hellem Schleim, Kältegefühl und Abgeschlagenheit (Kapha) und entsprechend würde man gegensteuern. Bei Reizhusten, Naselaufen und leicht erhöhter Temperatur – Vata/Pitta wäre also vitalstoffreiche, warme Kost zB als Suppe eine gute Idee, während bei Kapha Fasten durchaus angesagt ist.

Fazit:

Die gute alte Hühnersuppe – vom freilaufenden Biohuhn versteht sich – ist also weiterhin für alle Fälle das Richtige.

Und auf zu viel ‚freien‘ Zucker zu verzichten, ist nicht nur bei Erkrankungen schlau.

Ansonsten höre auf Deinen Appetit und erzwinge nichts, solange es sich um einen überschaubaren Zeitraum handelt und Du nicht bereits aus anderen Gründen sehr geschwächt bist.

Trinke reichlich mindestens zimmerwarme Kräutertees und Wasser, das ist bei Viren und Bakterien wichtig.

Versorge Dich mit den nötigen Vitaminen und Spurenelementen, im Zweifel als Nahrungsergänzung

Aber am allerbesten beuge vor so gut es geht, siehe dazu hier:

hier:

und hier:

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Fastenzeit? Fastenzeit! Teil 3

Ist Dir das Fasten über Nacht schwer gefallen? Oder hast Du es am Ende gar nicht geschafft?

Zugegeben, auch für mich war der Anfang schwer. Auch ich kämpfe immer wieder gegen meinen inneren Schweinehund und wünsche mir, ich wäre mit einem stärkeren Willen ausgestattet…

Aber es ist wie mit vielem im Leben. –  Du musst es wollen und Du brauchst ein Ziel, das Deine Motivation anheizt, dann ist der Anfang gemacht! Hier zählt auch die bessere Figur im Bikini, wenn Gesundheit im Moment auch so zu laufen scheint. :-)

Alles andere ist Übung und auch das Spüren dessen, was es bewirken kann.

Deshalb heute die in meinen Augen nächsteinfache Form des Fastens: Das intermittierende Fasten oder auch Intervallfasten. Genaugenommen zählt auch das Weglassen einer einzigen Mahlzeit, wie im letzten Teil beschrieben, schon zu dieser Form des Fastens, aber es läßt sich eben noch sinnvoll steigern.

Wenn Dir die 14-15 Stunden gelungen sind, ist das auch nur ein kleiner weiterer Schritt.

Das Intervall-Fasten läßt sich ohne großen Aufwand in den Alltag integrieren. –  Ausreden oder ewiges Aufschieben haben hier also nicht viel Gewicht….

Beim Intervall-Fasten verlängerst Du nämlich die Fastenperidode einfach um einen ganzen Tag. Und das machst Du dann ein oder zwei Tage pro Woche. Wobei Dein Körper so schlau ist, dass er sich darauf einstellt, wenn Du es immer am gleichen Tag z.B. dem Montag einplanst. Besser ist also die Tage abzuwechseln, so kannst Du auch um Einladungen etc. herumplanen, ohne auf etwas verzichten zu müssen.

Du darfst soviel trinken wie Du möchtest, möglichst kalorienarm, also Wasser, ungesüsster Kräutertee. Wenn Du vor allem am Anfang das Gefühl hast, doch etwas mehr zu brauchen, geht auch verdünnter Fruchtsaft oder Gemüsebrühe (aber bitte eine selbstgekochte oder eine ohne schädliche Geschmacksverstärker, modifizierte Stärke etc. oder viel Zucker und Salz).

Da deine Verdauung in dieser rel. kurzen Zeit nicht gedrosselt wird, brauchst Du auch nicht wirklich einen Kostaufbau zu beachten. Natürlich macht es aber Sinn und erweitert das gesunde Verhalten auch noch, den Tag davor und danach leichte Kost und vor allem Gemüse zu essen.

Die Effekte sind hier tatsächlich recht schnell spürbar: Man fühlt sich klarer und leichter, das Körperempfinden verbessert sich und über die Zeit ist auch eine Gewichtsabnahme zu verzeichnen. Oft regulieren sich Verdauungsprobleme, allerdings kann es sein, dass Du an den Fastentagen abends auch früher müde bist, dafür aber besser schläfst (und länger :-). Auch Heißhungerattacken an den Nicht-Fasten-Tagen verschwinden zumeist!

Im Tierversuch hat sich das Intermittierende Fasten als mindestens genauso effektiv herausgestellt, wie lange Fastenkuren – und das ohne den großen Aufwand!

Wenn es Dir sehr schwer fällt, wirf trotzdem nicht gleich die Flinte ins Korn. Du darfst ruhig am Anfang auch noch schummeln, das hilft Dich an die Umstellung zu gewöhnen. So kannst Du z.B. statt mit einem Fastentag zunächst einen Smoothie oder Suppentag einlegen, dann begreift Dein Verstand schon mal, dass es Tage gibt, an denen es nicht nach Schema F läuft und der nächste Schritt fällt dann leichter.

Diese Art des Fastens kannst Du –  und ich kann es nur empfehlen!- einfach durchgehend ein Leben lang anwenden.

Vorsichtig sein solltest Du nur, wenn Du zu niedrigem Blutdruck oder Unterzucker mit Schwindel und  Blackouts neigst oder schwanger bist. Wenn Du bereits eine Diagnose hast und unsicher bist, dann frag lieber Deinen Arzt oder schreib in die Kommentare oder an mich.


Anmerkung: In diesem Video findest du noch einen ergänzenden Hinweis zum Intervall-Fasten.

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Fastenzeit? Fastenzeit! Teil 2

Was also ist Fasten eigentlich?

Die meisten Menschen denken dabei sofort an Hungern, den völligen Verzicht auf Nahrung für einen begrenzten Zeitraum. Diese Variante ist möglich, aber wahrscheinlich auch die anstrengendste und die, die viele (mich eingeschlossen) abschreckt.

Tatsächlich ist der völlige Verzicht auf Nahrung nur für wenige Menschen wirklich geeignet, bzw. nur für sehr kurze Zeit, wie z.B. beim Intervallfasten (darauf gehe ich später nochmal ein!)

Glücklicherweise gibt es viele andere Varianten des Fastens, bei denen auf verschiedene Arten doch Kalorien und Nährstoffe zugeführt werden, was meist leichter umzusetzten ist und dennoch für effektive Entgiftung und Entschlackung sorgt. ZB. das Basenfasten, Fastsaften, Smoothiefasten, Mayr-Fasten…..

Das Ziel des Fastens ist aber immer, den Körper zu entlasten, so dass dieser vermehrt zum Reparieren und Aufräumen angeregt wird. Diese zelleigene Müllvernichtung nennt sich Autophagie. Dabei wird dafür gesorgt, dass Abfallstoffe in der Zelle selbst recyclet werden. Natürlich werden aber auch ganz direkt Verdauungsorgane und Leber entlastet, was sich auf unsere Darmgesundheit und damit unser Immunsystem auswirkt. Außerdem switcht, sobald die Zuckerreserven der Leber aufgebraucht sind, der Stoffwechsel auf Fettverbrennung. Die dabei entstehenden Ketonkörper wirken schützend auf unsere Zellen und vor allem auf unser Nervensystem. 

Auch das Lymphsystem fährt sozusagen ein Selbstreinigungsprogramm und der gesamte Organismus wird frischer und sieht sofort besser aus. Du wirst wahrscheinlich auch direkt spüren, wieviel leichter und klarer sich alles anfühlt, auch Deine Gedanken und Gefühle, selbst dann, wenn Du Dich jetzt rein auf den Körper konzentrierst. Dessen Signale zu hören wird übrigens auch wieder einfacher, was es, wie bereits gesagt, deutlich leichter macht, Dinge nach einer Fastenkur umstellen.

Fasten wirkt also tatsächlich wie ein Frühjahrsputz und hat wissenschaftlich nachgewiesen positive Effekte auf die sog.  Zivilisationserkrankungen wie Rheuma, hohen Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Reizdarm und viele andere Krankheiten, die in Zeiten, als Hunger noch ein Teil des Lebens war, weitgehend unbekannt waren. Vermutlich ist unser Körper evolutionsbedingt auch einfach noch auf regelmäßige Hungerphasen ausgerichtet.

Damit Du heute schon etwas umsetzten kannst, hier die allereinfachste Form des Fastens: Bereits nach ca. 14 Stunden stellt unser Körper den Stoffwechsel um, also kannst Du einfach die Zeit über Nacht, in der Du nichts isst, auf mindestens diesen Zeitraum verlängern. Am besten indem Du früh und leicht zu Abend isst und erst am nächsten Morgen wieder ebenfalls leichtverdauliche Nahrung zu Dir nimmst.

Am besten Du rechnest von Deiner gewöhnlichen Frühstückszeit 15 Stunden zurück.

Es geht zwar auch anders herum, also ein spätes oder ausgefallenes Frühstück, aber die Erfolge sind anders herum meist besser. Getreu nach dem althergebrachten Motto ‘morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann’ kann man dieses kurze Fasten eigentlich auch gleich beibehalten……..


Anmerkung: In diesem Video findest du noch einen ergänzenden Hinweis zum Intervall-Fasten.

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Fastenzeit? Fastenzeit! Teil 1

Spürst auch Du mit den länger werdenden Tagen das Bedürfnis nach etwas Frische und Leichtigkeit? Hast Du das Gefühl, dass es Zeit für einen körperlichen Früjahrsputz ist? Ich schon! Das fasziniert mich jeden Frühling, wie klar die Signale des Körpers sind, wenn man zuhört.

Und mit der richtigen Einstellung und etwas Know-how im Fastendschungel hat es noch nichtmal unbedingt etwas mit Verzicht zu tun. Trotzdem ist der Nutzen direkt spür- und sichtbar. Ganz nebenbei schmilzt der Winterspeck und auch unserem Geist tut das Loslassen auf direktem Wege gut. Was für ein wichtiger Jungbrunnen das Fasten ist, wird auch wissenschaftlich immer wieder bestätigt. 

Wenn Du Lust darauf hast, dann habe ich hier eine kleine Serie zum Thema zusammengestellt, die Dir einen Einstieg ins Thema geben und natürlich auch ein paar Dinge, die Du ganz leicht, ohne große Planung umsetzen kannst. Wenn Du den nächsten Teil nicht verpassen möchtest, kannst Du diese Seite einfach abonnieren.

In allen großen Religionen, aber auch in sämtlichen traditionellen Gesundheitssystemen finden wir das Fasten, in verschiedenen Variationen. Und das genau ist ein GANZ WICHTIGER PUNKT: ES GIBT VIELE ARTEN ZU FASTEN! Egal, was auch immer Du schon gehört hast, keine davon ist absolut richtig oder absolut falsch – lass Dich nicht verunsichern, das führt nämlich höchstens dazu, dass Du gleich gar nicht erst loslegst.

Was für Dich das Richtige ist, hängt nämlich ganz einfach davon ab, was dich anspricht und was Du machen möchtest. Nur bei einigen gesundheitlichen Problemen, wie Diabetes oder wenn Du Medikamente einnehmen musst, solltest Du vorher mit Deinem Arzt sprechen. Allerdings gibt es auch hier immer Möglichkeiten, den Stoffwechsel zu entlasten, ohne daß es furchtbar kompliziert sein muss.

Warum also gerade im Frühjahr fasten?

Der Winter ist traditionsgemäß eine Zeit, in der wir uns meist weniger körperlich betätigen, die Tage sind kurz, wirklich frische Nahrung Mangelware und auch der Appetit steht im Winter den meisten Menschen eher nach schwerer Kost und Ruhe.

Laut Ayurvedischer Medizin sammelt sich auch durch das kühle und feuchte Wetter Kapha und Schwere an, die dann im Übergang zum lichtreicheren Frühling wieder schmilzt und ausgeleitet werden sollte.

Dazu kommt, dass pünktlich mit der ersten Frühlingssonne auch die ersten zarten regionalen Superfoods ihre Köpfe aus der Erde strecken. Die frischen, jungen Kräuter sind voller Mikronährstoffen und laden uns regelrecht ein, unseren inneren Frühlingsputz zu beginnen. Letztendlich ist es aber einfach so, dass es im restlichen Jahr wahrscheinlich auch nicht einfacher ist, mal den Pausenknopf zu drücken und sich etwas Gutes zu tun, warum dann nicht jetzt, wo man sogar noch am ehesten auf Verständnis stößt, wenn man die Fastenzeit einhält!

Lust bekommen? Dann überlege doch bis morgen mal, was Du gern durch Fasten erreichen würdest. Wie fühlst Du Dich gerade und wie hättest Du es gerne? Könntest Du an Deiner Ernährung gerade mal noch ein paar Dinge zum Guten hin verändern? Schreib mir auch gern, was Dir dazu einfällt und ob Du konkrete Fragen dazu hast.

Fasten ist zwar auf einen gewissen Zeitraum beschränkt, aber the good news is, dass eine dauerhafte Verbesserung der Essgewohnheiten nach einer Fastenkur meist fast automatisch von Statten geht.