Feed a cold and starve a fever – was ist dran an dem alten Gesundheitstipp?

Zuerst schriftlich zu finden ist diese alte Behandlungsregel wohl schon 1574. Gehalten hat sie sich zumindest im englischsprachigen Raum bis heute. Auf deutsch besagt dieser Satz, dass man sich bei Erkältungen besser gut mit Nahrung versorgt und bei Fieber besser fastet, um rasch und gut wieder über den Berg zu kommen.

In den letzten Jahren haben einige Wissenschaftler sich das ganze mal etwas genauer unter die Lupe genommen und durchaus erstaunliches festgestellt. Wie so häufig haben Dinge, die sich so lange halten, durchaus einen Wahrheitsgehalt. Dazu müssen wir aber erstmal hinschauen, was ist denn eine Erkältung, was verursacht sie meistens und was wissen wir dazu heute und was unterscheidet sie von den typischen Ursachen und Abläufen bei Fieber.

Vorneweg gesagt: so ganz verallgemeinern lässt es sich mal wieder nicht.

Aber eine gewisse Tendenz zeichnet sich wohl auch wissenschaftlich ab. Dafür spricht auch das, was viele Menschen beschreiben – die natürliche Appetitlosigkeit im Gegensatz zu regelrechten Gelüsten und Heißhunger im Krankheitsfall, vor allem nach Zucker. Es ist also mal wieder vermutlich sehr schlau, einfach auf dein Körpergefühl zu hören, zumindest solange es sich um eine Erkrankung handelt, die Du gut zu Hause auskurieren kannst und dabei Deinen Körper lediglich unterstützen möchtest.

Was also haben die Wissenschaftler nun beobachtet? Ein Team holländischer Wissenschaftler konnte 2002 bereits feststellen (allerdings mit einer sehr kleinen Probandenzahl), dass nach einer guten Mahlzeit die Immunantwort auf Viren deutlich gesteigert wurde. Und zwar um satte 450%!

Während Fasten die Produktion von Interleukin 4 steigert, das unsere Abwehr gegen Bakterien mitreguliert.

Passend dazu ist auch, dass Erkältungskrankheiten normalerweise ca 7-14 Tage dauern und es schlecht wäre so lange zu fasten, Fieber aber eher nur 1-2 Tage. Also hier wäre es normalerweise auch machbar zu fasten, vor allem, wenn Du Dich zum Essen zwingen müsstest.

2016 gab es ebenfalls interessante Versuche der Universität Yale zu diesem Thema an Mäusen. Auch hier wurde nicht wie im Spruch zwischen Cold und Fever unterschieden, sondern ebenfalls zwischen Viruserkrankung und bakterieller Infektion.

Die Ergebnisse überraschten wohl in ihrer Deutlichkeit sogar die Wissenschaftler. Wurden die Mäuse mit Grippeviren infiziert, konnte ihr überleben deutlich verbessert werden, wenn sie vor allem glucosereiche Nahrung bekamen und sogar damit Zwangsernährt wurden.

Hatte man sie allerdings mit Listerien infiziert, einem Bakterium, verweigerten sie das Futter und die meisten Mäuse wurden wieder gesund. Wurden diese Mäuse allerdings zwangsgefüttert, starben sie vermehrt und rasch.

Die Forscher gingen noch einen Schritt weiter und unterbanden den Glucosestoffwechsel, was den negativen Effekt der Nahrung wieder stoppte. Das bedeutet, dass zumindest im Mausexperiment Zucker bei bakteriellen Infektionen durchaus schädlich ist, was vor allem in Bezug auf Ernährungskonzepte für Patienten mit Sepsis und schweren bakteriellen Infekten weiter untersucht werden sollte.

Aber was bedeutet es nun für uns und die alltäglichen Probleme?

Hier ist es eben wieder einmal nicht so einfach und schwarz und weiß. Denn nicht jeder kleine Infekt ist viral und nicht jedes Fieber bakteriellen Ursprungs und es ist nicht unbedingt leicht, die eine von der anderen Erkrankung zu unterscheiden. Viele Virusinfektionen zB die Grippe gehen durchaus mit Fieber einher.

Zucker scheint bei bakteriellen Infektionen das Hauptproblem zu sein, während Protein- und Fettreiche Kost keine Nachteile im Mausversuch zeigte. Das heißt in meinen Augen: zwinge Dich nicht zum Essen, wenn Dein Körper nicht danach verlangt, faste aber auch nicht, wenn Du eigentlich Hunger und Appetit verspürst. Kurzfristig ist Fasten eher unbedenklich und eher gesund, aber achte darauf, nicht zu viel an Kraft und Substanz zu verlieren.

Aus Sicht des Ayurveda kann man diese Regel nur bedingt begreifen, da man hier die Symptome anschaut und es nicht die typische Erkältung gibt. Es reicht von trockenen Schleimhäuten oder wässrigem Naselaufen, Niesen und Augentränen (Vata) über Fieber und gelb-grünen Auswurf (Pitta) bis zu viel hellem Schleim, Kältegefühl und Abgeschlagenheit (Kapha) und entsprechend würde man gegensteuern. Bei Reizhusten, Naselaufen und leicht erhöhter Temperatur – Vata/Pitta wäre also vitalstoffreiche, warme Kost zB als Suppe eine gute Idee, während bei Kapha Fasten durchaus angesagt ist.

Fazit:

Die gute alte Hühnersuppe – vom freilaufenden Biohuhn versteht sich – ist also weiterhin für alle Fälle das Richtige.

Und auf zu viel ‚freien‘ Zucker zu verzichten, ist nicht nur bei Erkrankungen schlau.

Ansonsten höre auf Deinen Appetit und erzwinge nichts, solange es sich um einen überschaubaren Zeitraum handelt und Du nicht bereits aus anderen Gründen sehr geschwächt bist.

Trinke reichlich mindestens zimmerwarme Kräutertees und Wasser, das ist bei Viren und Bakterien wichtig.

Versorge Dich mit den nötigen Vitaminen und Spurenelementen, im Zweifel als Nahrungsergänzung

Aber am allerbesten beuge vor so gut es geht, siehe dazu hier:

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Du bist (D)ein Schöpfer – Gesundheitsbasics #7 , über die Kraft Deiner Gedanken

Heute habe ich wieder einen gekürzten Ausschnitt aus meinem Buch für Dich.

Es ist eines der Themen, die mir immer wieder sehr am Herzen liegen, da es in der modernen Medizin oft viel zu kurz kommt. Dabei beginnt die moderne Medizin wohl schon vor ca 2500 Jahren, wie dieses Zitat zeigt:

„Das ist der größte Fehler bei der Behandlung von Krankheiten, dass es Ärzte für den Körper und Ärzte für die Seele gibt, wo beides doch nicht getrennt werden kann.“

(Plato, 427–348 od. 347 v. Chr., griechischer Philosoph)

Es gibt in uns eine Kraft, die extrem viel Veränderung bewirken kann – Deinen Geist, Deine Gedanken. Du bist ein Schöpferwesen.

Während das Weltbild in unserer westlichen Kultur sehr materialistisch geprägt ist und der Bereich des weitgehend unerforschten Bewusstseins gern noch in die Esoterik-Ecke geschoben wird, ist es in anderen Kulturen traditionell genau andersherum. In Tibet z. B. lag über Jahrhunderte der Schwerpunkt der Forscher im spirituellen Bereich. So kennt man in den tibetischen Lehren mindestens sechs verschiedene Bewusstseinszustände bis über den körperlichen Tod hinaus, während wir immer noch diskutieren, was das Bewusstsein eigentlich ist und wo genau es seinen Ursprung hat. Auch wenn sich moderne Hirnforschung zwar vorwiegend auf das Organ selbst und dessen Physiologie bezieht, hat sie uns gemeinsam mit der weiter greifenden Psychoneuroimmunologie, der Lernforschung sowie der Psychologie viele sehr nützliche Erkenntnisse gebracht, die zum Verständnis von Lernprozessen und dem, was uns eigentlich steuert, wie wir z. B. Entscheidungen treffen, beitragen.

Aus dem Blickwinkel sowohl der ganzheitlichen Medizin als auch dem Ayurveda sind Körper, Geist und Seele nicht zu trennen. Auch die moderne Wissenschaft hat bestätigt, dass sich unser Gemütszustand und unsere Gedanken direkt auf unseren Körper auswirken und auch umgekehrt. Es ist gut belegt, dass negativer, mentaler Stress unser Immunsystem beeinträchtigt und auf Dauer krank macht. Es ist aber vermutlich jedem auch ohne wissenschaftliche Beweise klar, dass sich unsere Stimmung unmittelbar auf unsere Körperhaltung, Atmung, den Blutdruck niederschlagen kann. Und dass körperliche Schmerzen und Unwohlsein sich umgekehrt direkt auf unseren Geist auswirken, ebenfalls.

Natürlich muss diese Verbindung nicht immer negativ sein. Im Gegenteil: Körper und Geist können sich natürlich auch positiv beeinflussen. Wenn wir den Mund zu einem Lächeln verziehen, reagieren wir auch bei ursprünglich schlechter Stimmung nach einer Weile mit der Ausschüttung von Glückshormonen und fühlen uns besser. Unser Körper antwortet ganz nach dem Motto: Wenn sie lächelt, muss es ihr wohl gutgehen.

Im letzten Kapitel habe ich bereits beschrieben, wie wir über die Atmung unsere Angst eindämmen und andere Körperfunktionen beeinflussen können. Ebenso hat unsere Körperhaltung Einfluss auf unser Empfinden. Das kannst Du direkt ausprobieren:

Stell Dir vor, Du hast ein wichtiges Gespräch, vor dem Du Dich vielleicht sogar ein bisschen unwohl fühlst. Nun lass zuerst die Schultern und den Kopf hängen und sacke ein bisschen in Dich zusammen. Wie fühlst Du Dich? Selbstbewusst? Glaubst Du an Dich und Dein Können?

Nun atme tief ein, richte Dich auf, straffe die Schultern – wahrscheinlich ändert sich dabei automatisch Dein Gesichtsausdruck. Fühlst Du den Unterschied?

Über diese recht offensichtlichen Zusammenhänge hinaus sehen wir den Einfluss unseres Geistes auf den Körper in weit komplexeren Situationen. Ich finde es ziemlich faszinierend und wundere mich immer wieder, warum Forschung auf diesem Gebiet nicht mehr gefördert wird.

Du hast mit Sicherheit schon einmal vom Placeboeffekt gehört.

Placebo bedeutet übersetzt „Ich möchte gefallen“ und bezeichnet heute eine Scheintherapie, die trotz fehlendem Wirkstoff oder echtem Eingriff zum gewünschten Erfolg führt.

Im Gegenzug ist auch der Noceboeffekt beschrieben (nocebo = „Ich werde schaden“), bei dem wir negative Auswirkungen einer Therapie erkennen, ohne diese durch die Inhaltsstoffe erklären zu können.

Wir beobachten beides eigentlich ständig, auch wenn wir uns als Ärzte dessen vielleicht gar nicht direkt bewusst sind. Jede Kommunikation hat eine Wirkung, ob wir das beabsichtigen oder nicht. Der Placeboeffekt könnte viel gezielter eingesetzt werden und so nebenwirkungsfrei vielen Menschen zu Linderung und mehr Wohlbefinden verhelfen. Leider hören wir davon aber wesentlich häufiger im Kontext von Homöopathie und naturheilkundlichen Mitteln, deren Effekt damit vermeintlich negiert wird.

Dabei vergessen wir aber meist eine wichtige Tatsache: Der Placeboeffekt ist ein Effekt.

Das heißt, auch wenn wir es nicht durch Inhaltsstoffe erklären können, kommt es zu einer Besserung, und das zumeist auch ohne Nebenwirkungen. Diesen Effekt könnten wir durch geschulte Kommunikation, aber auch durch Schulung der Menschen selbst herbeiführen und damit viele Therapien gezielt unterstützen, wenn nicht sogar ersetzen. Spannend ist nämlich, dass das sogar funktioniert, wenn man dem Patienten vorher erzählt, dass er gerade eine Zuckerpille bekommt, aber dass diese den meisten Menschen geholfen hat.

Stattdessen wird durch fehlendes Wissen über diese Mechanismen immer wieder sogar der Noceboeffekt herbeibeschworen. Da hilft meist auch nicht der Hinweis: „Lesen Sie den Beipackzettel am besten gar nicht!“ Im Gegenteil.

Der Noceboeffekt kann natürlich auch über verbale Kommunikation und wiederholte Eindrücke eintreten – ein Phänomen, welches gerade im Augenblick im Rahmen der täglichen Berichterstattung und Schwarzmalerei leider vergessen zu sein scheint, aber in meinen Augen absolut nicht zu unterschätzen ist.

Wenn wir davon ausgehen, dass es sich hier letztlich um ähnliche Prinzipien wie bei der Hypnose handelt, dann dürfen wir nämlich das Vertrauen und die Offenheit unseres Gegenübers für die Botschaft nicht unterschätzen – zumindest, wenn wir möglichst keinen Noceboeffekt herbeiführen möchten.

Vielleicht klingt das nun ein bisschen unheimlich für Dich.

Die meisten kennen Hypnose ja vor allem aus dubiosen Shows, in denen Menschen dazu gebracht werden können, am Stuhl festzukleben, ihren Namen zu vergessen oder wie ein Huhn gackernd über die Bühne zu laufen. Das ist natürlich nicht unbedingt das, was wir erleben möchten. Allerdings finde ich auch hier faszinierend, was möglich ist, nur weil der Mensch es nun glaubt!

Hypnose findet tatsächlich ständig statt. Vereinfacht gesagt immer dann, wenn unser Geist offen für die Botschaft ist. Also z. B. ausgehend vom Arzt oder von Respektspersonen und Medien, denen wir vertrauen – wenn wir die Botschaft nur häufig genug hören, ohne sie zu überdenken. Der letzte Satzteil ist übrigens ganz wesentlich: Es braucht Deine Bereitschaft einfach (ungeprüft) aufzunehmen.

Am allermeisten hypnotisierst Du Dich allerdings selbst! Ständig.

Lausche einfach mal auf Deinen inneren Dialog und achte auf den Grundtenor. Bist Du achtsam und liebevoll mit Dir? Wo ist Dein Fokus? Auf Deinen Erfolgen? Auf den schönen Dingen, den Dingen, die Dir guttun? Oder vielleicht doch eher auf dem, was vielleicht nicht so gut lief, auf den Schwächen Deines Partners oder Deinen eigenen? Passt das dazu, wie Du Dein Leben erlebst? Meistens bestätigt sich der Inhalt unserer inneren Kommunikation, denn auch das ist Kohärenz.

Es ist in sich viel stimmiger, wenn Dein Geist nach Beweisen für die Gedanken sucht, quasi damit er nicht zugeben muss, sich getäuscht zu haben, damit er recht behält. Wenn Du z. B. Deinen Fokus auf das unaufgeräumte Zimmer Deines Teenagers legst, wirst Du wahrscheinlich vermehrt ungewaschene Klamotten, Essensreste und anderen Kram sehen, während Dir die Tage, an denen mal sauber ist, oder die wunderbar dekorierte Bilderecke gar nicht mehr auffallen.

Dies läuft meist im Hintergrund und unbewusst ab, bis Du den Scheinwerfer darauf richtest.

Es ist leider bei uns sogar völlig normal, sich selbst kleinzureden und den Fokus auf die Schwachstellen zu richten – auch etwas, das man in anderen Kulturen so nicht findet. Es gibt eine Anekdote über den Dalai Lama, der wohl einmal einer Konferenz in Amerika beigewohnt haben soll, bei der immer wieder das Wort Selbsthass fiel. Er musste schließlich bei seinem Übersetzer nachfragen, weil ihm das Wort aus seiner eigenen Sprache und Erfahrung gänzlich unbekannt war …

Wenn wir das Gesagte nun zusammenfassen, würde das simpel ausgedrückt bedeuten, dass wir mit dem, was unser Geist im Fokus hält, ob uns das nun bewusst oder nicht bewusst ist, Materie verändern können. Wow! Das sollten wir doch nutzen! Unsere Gedanken, unseren Fokus auf das richten, was wir wollen.

Das bezieht sich zwar erst mal nur auf unseren eigenen Körper und indirekt auf unsere Umwelt, da wir vor allem unser Erleben verändern, aber ich finde das schon ziemlich beeindruckend. Tatsächlich ist aber auch das alles andere als eine neue Erkenntnis, sondern seit Menschengedenken in schamanistischen Kulturen und traditionellen Heilsystemen gängige Praxis.

Leider haben wir dieses fantastische Werkzeug aus unserem Denken weitgehend als minderwertig verbannt und müssen uns diese Weisheiten erst wieder mühsam zusammensuchen.

Glücklicherweise helfen unserem auf Wissenschaft trainierten Hirn dabei sogar modernste Forschungen, z. B. aus der Quantenphysik. Wenn wir uns überlegen, dass in unserer so soliden Welt mit all ihrer greifbaren Materie doch letztlich alles reine Energie ist, ist das schon erst mal faszinierend. In einem Atom ist wesentlich mehr Leere, also Raum, der von Energie ausgefüllt wird, als Teilchen. Wir wissen heute, wenn wir diese kleinsten Teilchen schließlich noch weiter herunterbrechen, bleibt nachher selbst davon nur eine Welle übrig – wieder Energie, die lediglich unter Beobachtung Form annimmt, die von uns beeinflusst werden kann. Die Physiker unter Euch mögen mir die stark vereinfachte Darstellung verzeihen.

Natürlich möchte ich hier nicht behaupten, der Tisch, an dem ich gerade sitze, sei nicht stabil, und wenn ich mich nur fest genug konzentriere, kann ich ihn in einen Sessel verwandeln. Ich zumindest kann das nicht :-)

Allerdings gibt es jede Menge Experimente, die zeigen, dass es sehr wohl möglich ist, Materie und die Welt um uns herum durch den Geist zu beeinflussen. Es fällt den meisten von uns allerdings einfach noch schwer, das nachzuvollziehen, weil es noch keine wirklich schlüssige Erklärung gibt.

Daran, dass es vielen von uns heute trotzdem so schwerfällt, diese Dinge als wahr zu akzeptieren und die Erkenntnisse daraus zu nutzen, können wir ein weiteres Phänomen erkennen. Vielleicht das wichtigste überhaupt: Wir selbst bestimmen, was wir in unserem Leben für möglich halten und was nicht.

Heute bezeichnen wir diese innere Wahrheit, die unsere Grenzen festlegt, oft als Glaubenssätze. Dies sind Programmierungen, meist aus der Kindheit, die irgendwann einmal sinnvoll für unser System waren, z. B. um uns zu schützen, um dafür zu sorgen, dass wir dazugehören durften. Da in der frühen Kindheit unser Gehirn quasi auf Dauerhypnose steht, sind wir in dieser Phase sehr empfänglich für Botschaften, mit denen wir uns später identifizieren. Vor allem da wir in dieser Lebensphase gleichzeitig sehr verletzlich sind und unser Überleben von den Menschen um uns herum abhängt, tun wir meist alles, um zu kooperieren. Wenn das bedeutet, zu akzeptieren, dass andere wichtiger sind, dass wir besser nicht unsere Meinung sagen, schon gar nicht laut oder dass gewisse Dinge einfach nicht gehen, dann ist das eben so und führt häufig zu Glaubenssätzen wie: „Um geliebt zu werden, muss ich brav sein und mich anpassen“ oder „Ich bin nicht gut genug“. Dass man sich auch als Erwachsener noch an diese „Regeln“ hält, gilt sogar für Tiere, wie das Beispiel von Rindern oder indischen Arbeitselefanten zeigt.

Es erstaunt oft, wenn man sieht, welch kleine Kette um einen Fuß einen großen Elefanten am Platz festhält. Sicher könnte er diese auch zerreißen, aber er hat als kleines Elefantenkalb gelernt, dass das nicht geht, und er probiert es schlichtweg nicht mehr aus.

Wenn Kälber früh erfahren, dass der Elektrozaun „beißt“, wird auch ein ausgewachsener Bulle hinter einem dünnen Stück Draht stehenbleiben. Wobei ich im Sommer trotzdem jedes Mal mit einem mulmigen Gefühl unsere Einfahrt hochlaufe, wo nur durch eine einfache Litze von mir getrennt der Riesenbulle steht …

Das Gleiche gilt oft für uns Menschen.

Leider sind diese Glaubenssätze meist unbewusst, und es ist oft gar nicht so leicht, diese zu erkennen, um etwas daran zu verändern. Allerdings ist es für unser Leben vielleicht auch gar nicht so wichtig, in der Vergangenheit zu graben, um eine Begründung für unser Verhalten und immer wiederkehrende Lebensgeschichten zu finden. Es ist viel wichtiger, zu überlegen, wie Du Dein Leben JETZT gestalten möchtest, und zu versuchen, neue Glaubenssätze zu etablieren. Das braucht unter Umständen viel Zeit und vor allem einen starken Fokus. Aber es ist möglich! Wie wir aus der Geschichte von Roger Banister und vielen anderen persönlichen Heldengeschichten, in denen Menschen wie Du und ich über sich selbst hinausgewachsen sind, sehen können.

Als Roger Banister 1946 mit dem Laufsport begann, galt es als physisch unmöglich, dass ein Mensch die Meile unter 4 Minuten laufen könne. Er jedoch beschloss, diesen allgemeinen Glaubenssatz nicht als Wahrheit zu akzeptieren, und schaffte einige Jahre später als Erster den absoluten Rekord von 3:59,4 Minuten.

Doch nachdem der Glaubenssatz seine Gültigkeit verloren hatte, unterbot bereits wenige Wochen später John Landy den Rekord und lief die Strecke in 3:57,9 Minuten. Der Rekord über die Meile liegt aktuell bei 3:43:13 Minuten, aufgestellt durch den Marokkaner Hicham El Guerrouj.

Es gibt Geschichten über Yogis und einzelne Menschen, die noch ganz andere Dinge bewerkstelligen können, aber hier weiterzulesen und daran zu glauben oder nicht, überlasse ich Dir selbst.

Es liegt auch an Dir, ob Du lieber graben und eine Begründung für Deine nicht idealen Lebensumstände suchen möchtest oder ob Du Dich anders entscheidest. Ob Du Ausreden suchst oder beschließt, Deinen Fokus zu ändern und die Umstände als Sprungbrett zu sehen. Beides ist möglich.

Mein Rat ist, wenn Du in einer schwierigen Situation steckst oder eine schlechte Prognose erhalten hast, denke immer daran: Du bist keine Statistik. Suche nach Menschen, die es geschafft haben, suche die Erfolgsgeschichten und umgib Dich mit dieser Energie des Machbaren. Zeige Deinem Geist wieder und wieder, dass es möglich ist. Etabliere Stück für Stück eine neue Richtung.


„Veränderung geschieht, weil Gedanken, die betrachtet werden,

sich anders verhalten als Gedanken, die unbetrachtet bleiben.“

(David J. Bohm, 1917–1992, US-amerikanischer Quantenphysiker und Philosoph)

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Dein wichtigstes Meeting…. – Gesundheitsbasics #6 – Stress und Entspannung

Fühlst Du Dich gestresst?

Wenn ja, schaffst Du es aber immer wieder gut zu entstressen, zu entspannen? Weißt Du überhaupt noch, wie sich das anfühlt?

Leider erlebe ich recht häufig, dass Menschen mit Beschwerden zu mir in die Praxis kommen, mit körperlichen oder auch seelischen Beschwerden, die gar nicht mehr wahrnehmen, dass sie eigentlich immer unter Druck stehen. Viele wissen gar nicht mehr, wie es ist auch einmal nichts zu tun, entspannt einfach nur da zu sein.

Das Wort Stress kommt aus dem Englischen, es steht für Druck oder Anspannung und bezeichnet erst einmal einfach die psychischen und physischen Reaktionen von Lebewesen auf einen spezifischen äußeren Reiz (Stressoren).


Das ist also per se nichts Schlechtes, denn hätten unsere Vorfahren nicht mit Anspannung auf lebensbedrohliche Reize reagiert, sondern ganz gelassen mit dem angreifenden Raubtier versucht zu reden, gäbe es uns heute wohl nicht mehr. Stress befähigt unser System zu gezielten und teilweise herausragenden Leistungen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen nötig sind.

Dafür ist unser Körper genial ausgestattet.

Ist ein entsprechender Reiz einmal als wirklich bedrohlich identifiziert, kommt plötzlich und sehr schnell eine Kaskade in Gang, die dann auch nicht mehr aufzuhalten ist. In einer lebensbedrohlichen Situation hat es auch wenig Sinn, über unsere körperliche Reaktion immer wieder aufs Neue nachzudenken, um dann zu entscheiden, welche Organe jetzt mehr Energie zur Verfügung gestellt bekommen. Gesteuert wird diese Stressreaktion durch unser unwillkürliches Nervensystem, genauer gesagt den sympathischen Teil davon. Über eine Aktivierung des Sympathikus werden direkt oder indirekt über die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin Organfunktionen verändert, sodass eine möglichst effektive körperliche Reaktion erfolgen kann.


Die Pupillen weiten sich, Zucker wird bereitgestellt, die Herzfrequenz steigt, die Bronchien werden erweitert, der Mund wird trocken, da Speichel gerade nicht benötigt wird. Die Durchblutung der inneren Organe sinkt, während gleichzeitig die Durchblutung in der Muskulatur gesteigert wird.


Der Körper ist bereit zu kämpfen oder zu laufen.


Alles, was gerade nicht benötigt ist, wird gedrosselt, die Verdauung, die Aktivität der Geschlechtsorgane, aber auch die Funktion des am weitesten entwickelten Gehirnteils, der Großhirnrinde.

Wie gesagt, Denken hat in einer ursprünglichen Stresssituation nicht viel Sinn. Leider ist das aber auch in heutigen als Stress empfundenen Situationen nicht wirklich anders.

Überlebte man die Situation und kam vielleicht sogar nach gewonnenem Kampf mit einem fetten Braten zurück nach Hause, waren tatsächlich viele der Stresshormone bereits durch die Aktion wieder abgebaut und Entspannung konnte durch die Umkehr der Kaskade und eine Aktivierung des Parasympathikus erneut eingeleitet werden.


Natürlich gibt es auch heute noch Situationen, in denen die ursprüngliche Reaktion genau richtig ist. Wenn ein Zug auf uns zugerast kommt, brauchen wir jede Reserve, und zwar schnell. Allerdings sind heute die Stressoren subtiler geworden. Man erkennt sie nicht mehr direkt, und die entsprechenden Kaskaden laufen oft ab, ohne dass sie uns bewusst werden. Da viele Situationen uns auch dauerhaft stressen, kommt es häufig nicht mehr zur vollständigen Entspannung. Außerdem werden Stresshormone kaum noch durch die körperliche Reaktion abgebaut. Es ist auch eher nicht adäquat, aus dem beängstigenden Meeting mit dem Chef oder einem aggressiven Kunden einfach davonzulaufen. Auch Kämpfen ist selten möglich, zumindest nicht körperlich.

Und hier liegt das Problem der heutigen Zeit.

Daher gehen viele Menschen, ohne es zu merken, in die dritte mögliche Reaktion, nämlich die Starre. Besser bekannt sind die Ausdrücke inzwischen auf Englisch: fight, flight and freeze.


Wir kennen diese Reaktion auch aus dem Tierreich, wenn sich ein bedrohtes Tier totstellt, damit der Angreifer es übersieht oder nicht mehr als Beute betrachtet. Tiere, die das überleben, werden aber oft dabei beobachtet, wie sie nachher die angestauten Stresshormone und die körperliche Anspannung regelrecht abschütteln, indem sie scheinbar unkontrolliert zittern. Danach fressen sie weiter, als sei nichts geschehen. Doch auch das ist für uns hochentwickelte Menschen selten angebracht, zumindest nicht in der Öffentlichkeit.


Tatsächlich ist aber Bewegung ein exzellenter Faktor, um den negativen Auswirkungen von unverarbeitetem oder Dauerstress entgegenzuwirken.

Du kannst laufen, schwimmen, tanzen – was Dir Spaß macht. Am allerbesten sogar, was dir Spaß macht. Bewährt hat sich für viele auch, die Bewegung aus dem Körper kommen zu lassen. Mach einfach Musik an, gern auch etwas wilder, rhythmischer, schließ vielleicht sogar die Augen und lass Deinem Körper freien Lauf. Gerade die unkoordinierten Bewegungen, das Archaische hilft vielen Menschen, wieder in Kontakt mit ihrem Körper zu kommen. Sorge allerdings dafür, dass Du Dich nicht verletzen kannst, wenn es etwas wilder wird.

Ich habe oben bereits geschrieben, dass im akuten Stress oder bei Angst unser rationales Denken deutlich eingeschränkt ist. Das kennen viele als Blackout in einer Prüfungssituation. Aber auch beim Streit mit dem Partner oder bei Stress im Büro fällt es uns oft schwer, vernünftig zu handeln oder sachlich zu bleiben. Ein erster Schritt ist wieder, dies zu erkennen und entsprechend für eine Unterbrechung der Situation zu sorgen. Auch wenn wir im Kampf- oder Fluchtmodus lieber einfach weiterstreiten, davonlaufen und Türen knallen oder uns verkriechen möchten. Tief und langsam durchatmen hilft. Der Fokus sollte auf einer vollständigen Ausatmung liegen. Stress und langsamer Atem passen nicht zusammen. Du kannst Dir auch bildlich vorstellen, wie Du aus der Situation heraustrittst und am besten von oben auf die Situation hinabschaust.


Am besten übst Du das täglich. Nimm Dir mindestens dreimal täglich 1 Minute und atme mehrmals langsam und vollständig aus und wieder ein. Das bewirkt Wunder.
Achte außerdem auf Deine Körperhaltung.

Gönne Dir ganz bewußt Auszeiten und übe bewusste körperliche und geistige Entspannung, das Nichts-tun. Wenn Du dieses Thema vertiefen möchtest, findest Du weitere Tipps, zB wie die verschiedenen Doshas auf Stress reagieren in meinem Buch. Verschiedene geführte Entspannungen, auch eine ganz Kurze findest Du auf der Website.

Zu Deiner Auszeit

Dein wichtigstes meeting ist das Treffen mit Dir!

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Schaffst du es zu entspannen?

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Es gibt kein absolutes Recht!

Diese weisen Worte schrieb mein Opa vor 34 Jahren in mein Poesiealbum. Gerade heute so passend!

Damals hätte ich zwar lieber ein albernes Sprüchlein gehabt, aber über die Jahre habe ich den Wert dieses Textes schätzen gelernt und möchte ihn deshalb auch hier mit Dir teilen:

“Liebe Petra,

Es gibt kein absolutes Recht. Es ist immer relativ.

Wenn Du von Deinem Standpunkt Recht hast, kann es der andere von seinem auch haben!

Nur das Menschsein kann überbrücken und die unwirkliche Liebe. Sie vor allem.”

Lass uns versuchen, danach zu leben, gerade in Zeiten, in denen Spaltung und Anfeindung allgegenwärtig sind.

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Wundermittel Bewegung – Gesundheitsbasics #5

Beweg Dich! Eine wichtige Säule einer gesunden Lebensweise und ausnahmsweise mal eine, über die so gut wie gar nicht gestritten wird :-), ist Bewegung.

Auch da lässt sich ganz pragmatisch und simpel zusammenfassen, dass der Mensch zu keiner Zeit seit seiner Entstehung hauptsächlich sitzend unterwegs war – oder sitzend stationär, wie die meisten Menschen in unserer Gesellschaft auf ihren Bürostühlen heutzutage-  sondern täglich weite Strecken gehen musste, um sich Nahrung zu besorgen etc.

Eigentlich reicht das in meinen Augen völlig, dass jedem klar sein müsste, dass mangelnde Bewegung einen Organismus, der seit Jahrmillionen auf Bewegung eingestellt ist, krank macht. PUNKT.

Wie schön, dass so ziemlich jede Studie, die seither zu diesem Thema durchgeführt wurde, dies bestätigt :-)

Vielleicht schreibe ich irgendwann mal noch einen Blogartikel oder in einem nächsten Buch mehr über die inzwischen gut erforschten positiven Auswirkungen von Bewegung auf unsere Gene bzw. deren epigentischen Einfluss auf die Proteinsynthese, die Darmflora, die Verdauungstätigkeit, die Psyche, den Lymphfluss, den Sauerstoffaustausch…

Die Wirksamkeit von kleinen Veränderungen auf Rückenbeschwerden oder Herzkreislauferkrankungen, wie lediglich jede Stunde mindestens einmal aufzustehen, zB um zum Drucker zu laufen, oder der Effekt von Sport zur  Rezidivprophylaxe bei Brustkrebs, all das und viel mehr ist hinlänglich erwiesen und mittelfristig oft deutlich wirksamer als Medikamente.

Also kurz und gut –  Hintern hoch und bewegen! Du musst auch nicht gleich einen Marathon laufen.

Es scheint tatsächlich relativ egal zu sein, was Du machst, solange Du es regelmäßig, am besten täglich tust, dabei ins Schwitzen kommst und Du Dich dabei nicht total verausgabst (das ist dann auf reglemäßiger Basis eher wieder kontraproduktiv).

Wenn möglich machst Du das noch in der Natur, dann schlägst Du gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Und wenn Du auch noch Spaß dabei hast und entspannen kannst, gibt es kein Gegenargument.

Ideal ist in meinen Augen, möglichst viel zu Fuß zu erledigen, vor allem auch die Treppen zu nehmen, statt den Aufzug. Zusätzlich auch mal etwas schneller gehen, laufen, Rad fahren, Trampolin springen oder tanzen für die Ausdauer, ein bisschen Muskelaufbau zu Hause oder im Studio und dann noch was ganzheitliches wie Yoga oder QiGong, um auch für die autochtone Muskulatur, Entspannung und die spirituelle Entwicklung zu sorgen. Da wäre perfekt, aber keine Angst, auch ich schaffe das meistens so nicht, auch wenn es mein Ziel ist.

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Keine Ausreden mehr!

Wenn Du glaubst, dafür keine Zeit zu haben, dann beginne mit dem zu Fuß gehen, wo es möglich ist – auch das ist eine Sache der Gewohnheit und der Prioritätensetzung ( siehe Podcast “Ausreden”)

Irgendwann ist Bewegung Gewohnheit und dann gehts nicht mehr ohne.

Wenn Dir der innere Schweinhund im Weg ist, kann es auch hilfreich sein, sich zu verabreden oder mit einem Hund schlichtweg vor die Tür zu müssen.

Das ist mein Ticket für tägliche Bewegung, ich bin nämlich durchaus auch ein Kandidat, der zuerst die viele Arbeit sieht, die noch erledigt werden sollte, bevor ich mir Zeit nehme, in den Wald zu gehen – Dank Hund muss ich und genieße es sehr, selbst bei Sauwetter.

Also raus geht’s –  den Podcast kannst Du auch beim Laufen hören ;-)

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Blog über Schlaf

Gut geschlafen? Gesundheitsbasics #4 – Schlaf

Auch wenn ich Dir wünsche, dass Du nicht dazugehörst und schläfst wie ein Baby, ist die statistische Wahrscheinlichkeit, dass Du unter Schlafstörungen leidest leider recht hoch.

Auch in meine Praxis kommen sehr viele Menschen, die, selbst wenn sie keine offensichtlichen Schlafprobleme haben, über einen Energiemangel klagen und sich auch nach adäquater Stundenzahl beim Erwachen unausgeschlafen fühlen.

Zu diesem Thema möchte ich Dir einen kleinen Ausschnitt aus meinem Buch, das demnächst erscheinen wird, zur Preview anbieten.

Lass mich sehr gern wissen, wenn es Dir gefällt und abonniere den Newsletter, um den Buchstart nicht zu verpassen.


Seit 2010 sind laut einer aktuellen Studie die Schlafstörungen bei Berufstätigen im Alter zwischen 35 und 65 Jahren um 66 Prozent angestiegen, damit sind etwa 80 Prozent der Arbeitnehmer betroffen. Hochgerechnet auf die Bevölkerung sind das etwa 34 Millionen Menschen.

1,9 Millionen Menschen in Deutschland nehmen nach DGSM-Angaben regelmäßig Schlafmittel ein. Dazu muss man wissen, dass nach Absetzen der Tabletten fast immer die Probleme wieder da sind, teilweise noch schlimmer, dass je nach Medikament ein Abhängigkeitspotential besteht und dass auch die Qualität des Schlafes verändert wird, ganz abgesehen von potentiellen Nebenwirkungen. Schlafmittel sollten also wenn irgendmöglich nur als kurzfristiges Notpflaster dienen und besser Ursachenforschung und -beseitigung betrieben werden.

Schaut man sich nun an, wie sich das Verhalten vorm Zubettgehen sowie die Bettzeit und Schlafdauer verändert hat, verwundert das nur noch wenig. Der gefühlte Druck durch immer dichter werdende Terminkalender, die allgegenwärtige Präsenz von digitalen Medien, immer spätere Schlafenszeiten. Dabei sind viele der Probleme hausgemacht. Nach der Studie der DAK-Gesundheit schauen 83 Prozent direkt vor dem Einschlafen Filme und Serien, die das Gehirn daran hindern, langsam ‚runterzufahren‘.

68 Prozent erledigen abends private und auch dienstliche Angelegenheiten an Laptop oder Smartphone und erwarten dann, dass der Körper und unser Gehirn von jetzt auf gleich in den Ruhemodus wechselt.

Tatsächlich konnte und kann man beobachten, dass die Schlafdauer mit der Einführung von Elektriztät zurückgeht. Also bereits zwischen 1900 und 2000 hat sich in Deutschland die Schlafmenge pro Nacht von ca 9 auf 7 Stunden reduziert. 

Auch der Wecker ist kommt entsprechend für die meisten wie eine böse Überraschung und reißt uns oft viel zu früh aus einer Tiefschlafphase heraus. Auch hier kann man für sich sorgen, wenn auch vielleicht nicht direkt an der Zeit, zu der der Wecker klingelt.

Jeder der schonmal schlecht geschlafen hat, weiß welche Auswirkungen das auf unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit am nächsten Tag hat. Ich frage mich heute noch, wie ich eigentlich die Zeit überlebt habe, als die Kinder klein waren und ich meist mehrfach nachts geweckt wurde. Allerdings wurde das durch Nachtdienste noch getoppt. Auch hier wissen wir, dass Schichtdienst und der damit verlorene Schlafrhythmus mit einer Reduktion der Lebenserwartung und erhöhtem Risiko für diverse Erkrankungen verbunden ist.

Schlafstörungen erhöhen beispielsweise das Risiko für chronische Erkrankungen, aber auch Depressionen, Angststörungen und BurnOut. Möglicherweise besteht auch ein Zusammenhang mit dem starken Anstieg der Krankmeldungen bei den psychischen Erkrankungen in den letzten Jahren.

Natürlich muss man auch hier wieder individuell schauen, es gibt sicher keine Regel oder Schlafmenge, die für jeden gut ist. Wichtig ist jedoch das Thema nicht gänzlich vom Tisch zu wischen, da erholsamer Schlaf ganz klar mit unserem Wohlbefinden und unserer Gesundheit verknüpft ist.

Wenn Du also Schlafprobleme hast, können die Ursachen vielfältig sein.

Allerdings ist es häufig schlichtweg eine zu kurze Schlafdauer, die für mangelnde Erholung sorgt, wobei selbst bei eigentlich ausreichender Schlafdauer, eine frühere Schlafenszeit Wunder wirken kann.

Ich höre oft, dass ein Tief am früheren Abend erlebt wird, aber dass man zu so einer Zeit ja noch nicht ins Bett gehen könne. Das ist allerdings schlichtweg in unseren Köpfen so. Zu anderen Zeiten und in anderen Kulturen herrschen auch andere Normen.

Ebenso hält sich hartnäckig die Sorge, dann mitten in der Nacht wieder aufzuwachen. 

Während das natürlich vor allem in den ersten Nächten möglich ist, beobachte ich eher, das Gegenteil. 

Wenn wir die Signale des Körpers ignorieren und dem Bedürfnis nach Schlaf nicht nachgehen, ist unser Körper so solidarisch, dass er dann nochmal über die Produktion von Stresshormonen weitermacht. Das merkst Du vor allem daran, wenn Du nach so einem ‚fast Einschlafen‘ auf der Couch, plötzlich  wieder hellwach bist und Dich gar nicht mehr müde fühlst – oder eben erst am nächsten Morgen, wenn der Wecker klingelt.

Typisch ist das auch bei kleinen Kindern, die zuerst müde erscheinen und dann auf einmal wie ein Gummiball durchs Haus oder im Bettchen auf und ab hüpfen.

Schau auch hin, wie es mit Deinem Kaffeekonsum aussieht. Wenn Du Schlafprobleme hast, rate ich Dir,  Koffein wegzulassen. Auch wenn das natürlich gerade zu Beginn durch die Müdigkeit sehr schwer sein dürfte, ist es unter Umständen der Schlüssel, Deine Probleme zu lösen. Am besten versuchst Du das allerdings, wenn Du nicht funktionieren musst, z.B. im Urlaub.

Natürlich gibt es auch viele Dinge, die unseren Schlaf beeinträchtigen könne, auf die wir nur bedingt Einfluss haben. Trotzdem macht es Sinn sie zu identifizieren, denn erst dann kannst Du über Lösungen nachdenken.

Schwere oder zu späte Mahlzeiten können Deinen Schlaf beeinträchtigen, auch wenn Du keine Verdauungsbeschwerden hast, Schichtdienst, ein schnarchender Partner, häufiges, nächtliches Wasserlassen (vielleicht trinkst Du abends zu viel Tee?), die Straßenlampe vorm Schlafzimmerfenster, eine schlechte Matratze, die falsche Temperatur im Zimmer, Hitzewallungen in den Wechseljahren…

Letztlich ist es nicht wichtig, wann und wie Du Deinen Schlaf bekommst, ob Du dafür aus dem Schlafzimmer ausziehen, Deine Essgewohnheiten oder Deine Schlafenszeiten ändern musst, solange Du Dich damit wohlfühlst. Du solltest Deine Energiereserven täglich auffüllen können, damit Dein Körper sich regenieren und Du frisch und schwungvoll in den Tag starten kannst.

Vielleicht brauchst Du auch eine Pause in der Tagesmitte. Viele erfolgreiche Menschen machen Mittagsschlaf.

Auch wenn die ayurvedische Medizin davon eher abrät, da ein Mittagsschlaf die Trägheit erhöhen kann, würde ich das nicht dogmatisch sehen wollen. Gerade einem Vata-Menschen in unserer Vata-Gesellschaft tut eine Pause in der Tagesmitte sehr gut. Selbst wenn Schlafen mitten am Tag nicht so Deins ist, probiere doch zumindest einmal, Dir den Timer zu stellen und wenigstens kurz zu entspannen. Der Timer ist sehr hilfreich, um wirklich loszulassen, weil Du keine Angst haben musst, doch einzuschlafen und Du auch nicht dauernd auf die Uhr schauen musst, ob Du nun schon zu lange Pause machst. Schließe dabei gern auch kurz die Augen, mache einfach mal gar nichts- auch nicht den Rest des Tages planen! – genieße eine Tasse Tee oder meditiere.

Einen Link zu einer kurzen geführten Entspannung findest Du hier:

Hol´ Dir Deine geführte Entspannung.

Vata-Typen brauchen übrigens auch mehr Schlaf und Ruhe, als die anderen Doshas. Hier finden wir auch die meisten Ein- und Durchschlafstörungen, vor allem in der Vata-Zeit zwischen 2 und 6 Uhr morgens wachen viele auf und kommen nur noch schwer zu Ruhe. Hier greift dann tatsächlich meist Tipp von oben, dass eine frühere Schlafenszeit letztlich auch zu verbessertem Durchschlafen führt. Allerdings dauert es oft eine Weile und es bedarf zusätzlich anderer Vata-reduzierender Maßnahmen, bis das aggravierte Vata wieder genug Ruhe im System hat.

Über den Daumen sagt man im Ayurveda, dass Vata ca 8-10 Stunden Schlaf täglich benötigt, Pitta 7-9 Stunden und Kapha durchaus auch etwas weniger. Als gute Schlafenszeit wird ca. 22 Uhr empfohlen.

Auch wenn Du im Urlaub besser schläfst als sonst, lohnt es sich, nach Gründen hierfür zu suchen.

Sind Deine Tage überlastet? Nimmst Du Arbeit mit nach Hause und wälzt die Probleme im Kopf?

Dann ist es hilfreich, Rituale zu schaffen, mit denen Du Dich bewusst von Deiner Arbeit abgrenzt. Z.B. indem Du nicht direkt nach Hause gehst, sondern einen Puffer einbaust, z.B. einen Spaziergang oder Sport. 

Generell können offene Loops, also Gedanken und Vorgänge, die nicht abgeschlossen sind, zu schlechtem Schlaf führen. Das kannst Du Dir ähnlich einem spannenden Buch vorstellen, dass Dich am Ende des Kapitels immer wieder in der Luft hängen lässt, so dass Du weiterlesen möchtest. Dein Bewusstsein und auch Dein Unterbewusstsein mögen so etwas gar nicht und versuchen, alles zu tun, um den Kreis zu schließen, auch wenn das in dem Moment nicht möglich ist.

Falls Du das kennst, versuche Dich vor dem Schlafengehen nochmal zu sammeln und verschiebe bewusst, am besten schriftlich, offene Probleme auf den nächsten Tag. Es aufzuschreiben, lässt Dich wahrscheinlich schon etwas entspannen, weil Du keine Angst haben musst, es bis zum nächsten Tag zu vergessen.

Den Tag bewusst abzuschließen ist bewährter Teil einer guten Schlafhygiene. Für die meisten Menschen bedeutet das, Tagebuch zu führe und das geschehene nochmal kurz Revue passieren zu lassen. Sehr tiefgreifend und auf Dauer regelrecht lebensverändernd ist es, hierbei vor allem auf das zu achten, für was Du dankbar sein kannst, egal wie klein es auch sein mag. Zusätzlich kannst Du Deinen Fokus auf Deine Erfolge lenken, auch wenn sich das erstmal hölzern anfühlt, Dich für Deine alltäglichen Taten selbst zu loben. Es lohnt sich! Deine Aufmerksamkeit wird dadurch auf das geleitet, von dem Du mehr im Leben haben möchtest. Mehr dazu in einem der nächsten Blogs.

Ebenfalls zu guter Schlafhygiene gehört ein angehmes Raumklima. Dein Schlafzimmer sollte möglichst frei von elektronischen Geräten sein, dunkel und eher kühl. Sorge dafür, dass Du Dich in Deinem Bett wohlfühlst, vielleicht brauchst Du eine andere Beleuchtung oder anderes Bettzeug, wenn Dich der Wäschekorb stört, hinaus damit. Das gleiche gilt für Deinen Partner  – Spaß beiseite, es ist ein Mythos, dass eine Partnerschaft nur dann gut sein kann, wenn man täglich das Bett teilt. Im Gegenteil können getrennte Schlafzimmer durchaus die Gesundheit und eine Ehe retten, wenn man dies offen und ohne Vorwürfe miteinander klärt. Nicht selten kommt dann sogar erst wieder Schwung in die Beziehung.

Da guter Schlaf immer im ganzheitlichen Licht zu betrachten ist, können diese Vorschläge natürlich nicht alle Schlafstörungen beheben. Auch Bewegung, Ernährung und vor allem Deine Gesamtzufriedenheit spielen eine wesentliche Rolle und sollten bedacht werden. Gerade bei komplexeren Störungen braucht es auch oft professionelle und ganzheitliche Hilfe.

Noch ein Wort zum Wecker:

selbst wenn Du eigentlich gut schläfst, kann es sein, dass der teilweise brutale Riss aus dem Schlaf morgens direkt für schlechte Laune sorgt.

Sorge auch hier für Dich, indem Du einen angenehmen Klingelton wählst, der langsam lauter wird.

Auch könnte ein Lichtwecker eine gute Alternative für Dich sein, sanft aus dem Tiefschlaf aufzuwachen. 

Ayurvedisch gesehen sollte man morgens die Vata Zeit, also spätestens 7 Uhr nutzen, um diesen Schwung und die Bewegung mit in den Tag zu nehmen.

Danach folgt Kapha-Zeit, vielleicht hast auch Du schon mal erlebt, wie nach einem langen Ausschlafen am Wochenende, sich die damit einhergehende Trägheit durch den ganzen Tag zieht.

Experimentiere einfach mal damit.

Wenn Du kannst, nimm Dir nach dem Aufwachen nochmal 10 Minuten ganz für Dich, beobachte die ersten Gedanken des Tages, die Botschaft Deiner Träume und richte Dich bewusst für den neuen Tag aus. 

Deine Geisteshaltung macht einen großen Unterschied.

Wichtig: sei sanft mit Dir und gib Dir Zeit – Schlafprobleme entstehen selten von heute auf morgen.

Wenn Du das Gefühl hast, dass ein medizinisches Problem dahinter steckt, hol Dir Hilfe und kläre das ab.

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